Zalando greift durch: Kunden, die häufig Bestellungen zurücksenden, riskieren Kontensperrungen. Bereits 10.500 Konten wurden deaktiviert.
Zalando hat kürzlich strenge Maßnahmen gegen Kunden eingeführt, die häufig Bestellungen tätigen und diese dann zurücksenden. Diese Kunden könnten damit rechnen, dass ihre Konten ohne Vorwarnung gesperrt werden. Im März wurden laut der Zeitung Blick bereits 10.500 Konten deaktiviert. Laut Zalando betrifft die Sperrung 0,02 Prozent der weltweiten Kundschaft, die insgesamt 51,8 Millionen Kunden umfasst.
Rücksendungen und Kontosperrungen
Eine Sprecherin von Zalando erklärte, dass die betroffenen Kunden in den letzten zwölf Monaten zahlreiche Bestellungen aufgegeben und die meisten Artikel zurückgesendet haben. Diese Maßnahme hat jedoch keine Auswirkungen auf bereits laufende Bestellungen. Die genaue Anzahl der Rücksendungen, die zu einer Sperrung führt, sowie die Anzahl der betroffenen Schweizer Konten wurden nicht spezifiziert. Eine Kundin berichtete von ihrer Sperrung nach einer E-Mail von Zalando, die sie zunächst für Spam hielt. Sie hatte innerhalb eines Jahres 57 Bestellungen aufgegeben und viele Artikel zurückgeschickt. Sie nutzte Zalando für das sogenannte „Auswahl-Shopping“ für ihre Familie, wobei sie bewusst mehr als die Hälfte der Artikel zurücksenden wollte. Insgesamt hatte sie über 9300 Euro ausgegeben. Besonders störte sie, dass die Sperrung für 12 Monate ohne vorherige Ankündigung erfolgte und der Kundendienst nicht informiert war.
Auf Trustpilot äußerten sich mehrere betroffene Kunden über die plötzlichen Sperrungen und den schlechten Kundenservice. Zalando hatte in der Vergangenheit mit kostenlosen Rücksendungen geworben, was zur aktuellen Situation beigetragen haben könnte. Der frühere Slogan „Schrei vor Glück oder schick’s zurück“ ist vielen Kunden noch bekannt, obwohl er 2019 durch „Free to be“ ersetzt wurde. Betroffene Kunden haben jedoch die Möglichkeit, weiterhin bei Zalando zu bestellen, indem sie ein neues Konto mit einer neuen E-Mail-Adresse erstellen.