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Europol

Terror-Warnung: KI befeuert Radikalisierung bei Minderjährigen

Terror-Warnung: KI befeuert Radikalisierung bei Minderjährigen
Symbolfoto. FOTO: iStock/Stadtratte
3 Min. Lesezeit |

Europol schlägt Alarm: Terrorverdächtige werden immer jünger. Fast ein Drittel ist unter 20 Jahre alt – der jüngste gerade einmal 12. Digitale Kultgemeinschaften locken gezielt vulnerable Jugendliche.

Laut einem aktuellen Europol (Europäische Polizeibehörde) Bericht sinkt das Alter von Terrorverdächtigen besorgniserregend. Fast ein Drittel der im vergangenen Jahr Verdächtigten war jünger als 20 Jahre, wobei der jüngste erst 12 Jahre alt war. Die europäische Polizeibehörde präsentierte diese Erkenntnisse am Dienstag in Den Haag im Rahmen ihrer neuesten Analyse zu Terrorismustrends. Aus den Daten geht hervor, dass 2024 insgesamt 58 terroristische Anschläge von 14 EU-Mitgliedstaaten registriert wurden. Von diesen wurden 34 tatsächlich ausgeführt, während die übrigen entweder scheiterten oder verhindert werden konnten. Die Behörden nahmen in diesem Zusammenhang 449 Verdächtige fest.

Die Europol-Analyse zeigt, wie sogenannte „Online-Kultgemeinschaften“ digitale Kanäle systematisch nutzen, um extreme Gewaltdarstellungen zu verbreiten und zu normalisieren, Opfer unter Druck zu setzen und besonders junge Menschen zu Gewalttaten anzustiften. Viele dieser gewaltbereiten Gruppierungen weisen Verbindungen zu jihadistischen Terrororganisationen sowie rechtsextremen Netzwerken auf. Die Rekrutierungsbemühungen konzentrieren sich gezielt auf vulnerable Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren.

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Gezielte Rekrutierung

„Terroristische Organisationen zielen bewusst auf gefährdete Personen ab“, erklärte Europol-Direktorin Catherine De Bolle. „Besonders anfällig sind Menschen mit psychischen Belastungen, sozialer Isolation oder digitaler Abhängigkeit.“ Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres, mahnte in diesem Zusammenhang zu erhöhter Aufmerksamkeit: „Wir müssen besonders wachsam sein gegenüber der Radikalisierung junger Menschen und der gezielten Ausnutzung von Online-Plattformen durch Terroristen und Extremisten.“

Die Polizeibehörde weist zudem darauf hin, dass geopolitische Konflikte die Radikalisierungsprozesse verstärken. Als konkrete Beispiele nennt Europol den Gaza-Konflikt, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die anhaltend instabile Situation in Syrien.

Aus dem detaillierten EU-Terrorismusbericht geht hervor, dass die meisten der 2023 festgenommenen Terrorverdächtigen männlich, jung und EU-Staatsbürger sind. Das durchschnittliche Alter der männlichen Verdächtigen lag bei gerade einmal 20 Jahren, bei weiblichen Verdächtigen bei 27 Jahren. Mehr als die Hälfte der insgesamt 426 Festnahmen entfiel auf vier Länder: Spanien, Frankreich, Belgien und Deutschland. Die Mehrheit der Festnahmen stand im Zusammenhang mit jihadistischem Terrorismus, wobei die Hauptgründe Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen, Anschlagsplanung sowie Terrorismusfinanzierung waren.

Technologische Bedrohung

Als weiteren alarmierenden Trend identifiziert Europol den zunehmenden Einsatz moderner Technologien bei Radikalisierungs- und Rekrutierungsstrategien.

Künstliche Intelligenz werde in bisher nicht gekanntem Ausmaß eingesetzt, um Propagandamaterial zu erstellen und Hassbotschaften effektiver zu verbreiten. Besonders besorgniserregend ist laut Europol, dass technologische Innovationen wie Deepfakes verstärkt zur Erstellung täuschend echter Propaganda, zur Verbreitung gezielter Desinformation und zur Rekrutierung eingesetzt werden. Die aktuellen geopolitischen Spannungen wirken dabei als Katalysator für diese beunruhigende Entwicklung im digitalen Raum.

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KO KOSMO-Redaktion
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