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Tierquälerei

Tierschützer schlagen Alarm: Brutale Karpfen-Schlachtung auf Wiener Märkten

Tierschützer schlagen Alarm: Brutale Karpfen-Schlachtung auf Wiener Märkten
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Karpfen ohne Wasser, brutale Schläge auf den Kopf: Wiener Fischverkäufer verstoßen massiv gegen Tierschutzgesetze. Der VGT hat jetzt Anzeige erstattet.

Trotz seiner Beliebtheit als traditionelles Festtagsgericht gerät der Weihnachtskarpfen in Wien in den Fokus von Tierschützern. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat jetzt mehrere Fischverkaufsstände wegen gravierender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Am Brunnenmarkt in Wien-Ottakring dokumentierten VGT-Mitarbeiter, wie Karpfen nach ihrer Anlieferung minutenlang ohne Wasser in großen Kisten gelagert wurden. Die gesetzlichen Vorgaben zum Tierschutz wurden dabei offensichtlich ignoriert, während die Tiere in Panik und extremem Stress ihren Todeskampf erlebten.

An insgesamt vier Verkaufsständen stellten die Tierschützer Gesetzesverstöße fest und erstatteten Anzeige. Besonders bei der Betäubung der Fische wurden erhebliche Mängel dokumentiert. Obwohl das Tierschutzgesetz einen gezielten Schlag auf den Hinterkopf zur Betäubung erlaubt, wurde an den betroffenen Ständen wiederholt auf die Köpfe der Karpfen eingeschlagen, ohne das Bewusstsein der Tiere auszuschalten. Statt die Fische auf einer festen Unterlage zu fixieren, wurden sie in der Luft gehalten, wodurch die Betäubung ihre Wirkung verfehlte.

„Es ist für jeden Fisch eine furchtbare Tortur, wenn ihm bei vollem Bewusstsein mehrmals brutal auf den Kopf geschlagen wird. Schwerste Kopfverletzungen und Gehirnschäden inkl. schlimmster Schmerzen können die Folge sein. Was wir zu sehen bekamen, widerspricht allen Grundsätzen des Tierschutzes und dürfte so niemals passieren,“ erklärte Mag. Erich Schacherl zu den Beobachtungen.

Weitere Missstände

Die Recherchen am Meiselmarkt in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus förderten weitere Missstände zutage. An einem Verkaufsstand beobachteten die Tierschützer, wie Karpfen nach mehreren Betäubungsschlägen durch einen Kehlschnitt mit einer Schere getötet werden sollten. In mindestens einem Fall zeigte ein Fisch trotz dieser Prozedur noch heftige Bewegungen, was auf eine mangelhafte Betäubung und Tötung hindeutet.

Behördliche Kontrollen

Das Ergebnis der Untersuchung ließ die VGT-Mitarbeiter ernüchtert zurück. „Ich bin fassungslos, wie unprofessionell und empathielos die meisten Fischverkäufer mit den Karpfen umgegangen sind. Als wären die Fische empfindungslose Waren. Als würde es keine Gesetze geben, die die Tiere schützen. Gleichzeitig müssen wir hier auch die Behörde in die Pflicht nehmen. Jedes Jahr aufs Neue zeigen wir die Quälerei im vorweihnachtlichen Fischverkauf an. Man muss sich die Frage stellen, ob hier überhaupt kontrolliert wird, und ob bei diesen Kontrollen alle Augen zugedrückt werden.

Die Tierquälerei erfolgt bei vielen Ständen systematisch und andauernd, und müsste von jedem kontrollierenden Organ festgestellt werden können“, so Mag. Erich Schacherl.