Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Cyberkriminalität

Tödliche Internet-Falle: 13-Jährige tötete Schwester auf Anweisung

Tödliche Internet-Falle: 13-Jährige tötete Schwester auf Anweisung
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

**Hinter der Fassade des Internets lauert ein tödliches Netzwerk: Die Sadisten-Gruppe „764“ soll für mehr Todesfälle verantwortlich sein als bisher bekannt.**

Nach Recherchen des deutschen Magazins „Spiegel“ sind in der durch den „White Tiger“-Fall bekannten Szene von Online-Sadisten deutlich mehr Menschen in den Tod getrieben worden als bisher angenommen. Das Nachrichtenmagazin veröffentlichte am Donnerstag Informationen, wonach neben dem bereits durch Hamburger Ermittlungen bekannt gewordenen Fall mindestens sechs weitere Todesfälle auf das Konto des pädokriminellen Onlinenetzwerks „Com“ und der zugehörigen Gruppe „764“ gehen sollen.

Im Oktober hatte die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg im sogenannten „White Tiger“-Komplex einen 21-Jährigen wegen Mordes und fünffachen versuchten Mordes angeklagt. Der Beschuldigte soll gezielt psychisch instabile Jugendliche über Internetplattformen kontaktiert und zu selbstverletzenden Handlungen gedrängt haben. In einem Fall nahm sich ein 13-jähriger Junge aus den USA das Leben.

⇢ Europol alarmiert: So rekrutieren Kriminelle Kinder für Auftragsmorde

Schockierende Fälle

Laut dem Bericht des „Spiegel“ wählten die meisten Opfer den Freitod während einer Liveübertragung im Internet. In Leipzig untersuchen die Behörden derzeit einen besonders schockierenden Fall: Ein Mitglied der Gruppe „764“ steht unter Verdacht, eine 13-Jährige durch verstörende Nachrichten dazu gebracht zu haben, ihre siebenjährige Schwester zu töten. Das Mädchen soll die jüngere Schwester im Oktober 2024 in einem Mehrfamilienhaus in Leipzig-Kleinzschocher mit einem Messer erstochen haben, während die Eltern abwesend waren.

Eltern warnen

Die Eltern des verstorbenen US-amerikanischen Schülers wandten sich an den „Spiegel“, um andere Familien zu warnen. „Die Welt muss wissen, wie gefährlich die Onlinegruppierung ‚764‘ ist“, erklärte die Mutter des Jungen gegenüber dem Magazin. Trotz bester Voraussetzungen und intensiver Bemühungen der Familie sei es nicht gelungen, den Buben zu retten.

„Wir hatten die besten Voraussetzungen, und trotzdem konnten wir ihn nicht retten.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen