Der amerikanische Präsident Donald Trump wird am Montag im Weißen Haus mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu zusammentreffen, um über Wege zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen zu beraten. Das Gespräch ist für 18:30 Uhr Ortszeit angesetzt und mündet anschließend in ein privates Abendessen. Dem Treffen vorausgegangen war Trumps am Sonntag geäußerte Erwartung, noch in dieser Woche eine Einigung über einen Waffenstillstand und die Freilassung von Geiseln erzielen zu können.
Netanyahus Bedingungen
Netanyahu dämpfte jedoch bereits vor seinem Abflug nach Washington die Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch. Er stellte unmissverständlich klar, keiner Vereinbarung zuzustimmen, die der Hamas weiterhin Machtpositionen im Gazastreifen belassen würde. Israelischen Medienberichten zufolge verfolgt die Regierung in Jerusalem mittlerweile eine Strategie, die darauf abzielt, die Hamas durch Förderung kleinerer bewaffneter Gruppierungen zu schwächen, die inzwischen angeblich große Teile des Küstenstreifens kontrollieren.
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Hamas-Machtverlust
Ein hochrangiger Hamas-Offizier im Rang eines Oberstleutnants räumte gegenüber der BBC ein, dass die Organisation die Kontrolle über nahezu 80 Prozent des Gazastreifens verloren habe. Kleinere bewaffnete Gruppen hätten das entstandene Machtvakuum für sich genutzt. Der Offizier, der seit einer Kriegsverletzung zu Beginn der Auseinandersetzungen nicht mehr im aktiven Dienst steht und anonym bleiben wollte, beschrieb das Befehls- und Kontrollsystem der Hamas als vollständig zusammengebrochen – eine Folge der monatelangen israelischen Angriffe auf die Führungsebene.
Diese Darstellung konnte von unabhängigen Quellen allerdings nicht verifiziert werden.
Hohe Erwartungen an das Gipfeltreffen
Sowohl Trump als auch Netanyahu stehen laut übereinstimmenden Berichten unter erheblichem Druck, bei ihrem Treffen substantielle Fortschritte zu erzielen. Die US-Regierung hat mehrfach betont, dass die Beendigung des Gaza-Krieges und die Freilassung der verbleibenden Geiseln absolute Priorität haben. Gleichzeitig setzt Israel weiterhin auf militärischen Druck gegen die Hamas, um eine Verhandlungsposition zu erzwingen, die den eigenen Bedingungen entspricht.
Beobachter aus Washington und Jerusalem sehen das bevorstehende Treffen als entscheidenden Moment für die nächsten Schritte im Nahost-Konflikt und die Zukunft des Gazastreifens. Die Gespräche werden voraussichtlich auch die Frage der langfristigen Regierungsführung in Gaza nach einem möglichen Kriegsende umfassen.
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