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Friedensoffensive

Friedenspoker im Nahost-Konflikt – Trump will Saudi-Arabien als Trumpfkarte

Friedenspoker im Nahost-Konflikt – Trump will Saudi-Arabien als Trumpfkarte
US-Präsident Trump trifft den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in Washington, 07.April 2025. FOTO: EPA-EFE/YURI GRIPAS
3 Min. Lesezeit |

US-Präsident Donald Trump intensiviert seine diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten. Wie die israelische Tageszeitung „Israel Hayom“ berichtet, haben Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in einem Telefonat Möglichkeiten erörtert, den Gaza-Konflikt innerhalb weniger Wochen zu beenden. Das angestrebte Abkommen soll jedoch weit über einen bloßen Waffenstillstand mit der Hamas hinausgehen und die geopolitische Landschaft der gesamten Region neu gestalten.

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Die US-Administration verfolgt dabei einen umfassenden Ansatz zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarstaaten. Nach dem Vorbild der bereits bestehenden Friedensabkommen mit Jordanien und Ägypten sollen nun auch Syrien und insbesondere Saudi-Arabien diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen und den jüdischen Staat offiziell anerkennen. Für Trump stellt besonders eine Vereinbarung mit Riad eine außenpolitische Priorität dar. Der Nahostexperte Lazar Berman erklärte gegenüber der BILD: „Trump sieht es eindeutig als außenpolitische Priorität und als etwas, das er auf einzigartige Weise vermitteln kann. Wenn Trump etwas ernst meint, dann sollten andere es ebenfalls ernst nehmen.“

Saudische Forderungen

Die saudische Führung dürfte für einen solchen historischen Schritt allerdings substanzielle Zugeständnisse in der Palästinenserfrage fordern. In diplomatischen Kreisen wird sogar über die Möglichkeit spekuliert, dass Israel unter bestimmten Bedingungen zur Akzeptanz eines palästinensischen Staates bereit sein könnte. Die konkrete Ausgestaltung und Funktionsweise eines solchen Staatsgebildes bleibt jedoch völlig offen. Nahost-Experten weisen darauf hin, dass substanzielle Zugeständnisse an die Palästinenser – etwa die Unterstützung einer Zwei-Staaten-Lösung – in der israelischen Öffentlichkeit weiterhin auf breite Ablehnung stoßen.

Netanyahu selbst betonte am Sonntag in einer Ansprache vor Geheimdienstmitarbeitern, dass militärische Erfolge neue „Möglichkeiten“ eröffnet hätten, unter anderem für die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen. „Nach diesem Sieg haben sich viele Möglichkeiten eröffnet“, sagte Netanyahu. Er unterstrich jedoch, dass neben der Geiselbefreiung auch „die Gaza-Frage“ gelöst werden müsse, „um die Hamas zu besiegen.“ Das Büro des israelischen Premierministers dementierte jedoch zentrale Details der angeblichen Vereinbarungen mit den USA und betonte, dass die in Medienberichten beschriebenen Gespräche in dieser Form nicht stattgefunden hätten.

Trumps Vermittlerrolle

Bislang scheiterten alle Versuche, eine dauerhafte Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas zu erzielen. Es wird vermutet, dass Trump nun verstärkten Druck auf beide Konfliktparteien ausüben könnte, um ein Abkommen zu erreichen.

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