Tuzla mischt die Rangliste der bosnischen Flughäfen auf – und ein Flugzeug war der Auslöser für den bemerkenswerten Aufstieg.
Im ersten Quartal dieses Jahres wurden an den Flughäfen Bosnien und Herzegowinas insgesamt mehr als 560.000 Passagiere abgefertigt – und der Flughafen Tuzla stach dabei mit dem stärksten Wachstum hervor. Ausschlaggebend dafür war die Wiedererrichtung einer Wizz-Air-Basis, die dem Standort neuen Schwung verlieh.
Dzevad Halilcevic, Direktor des Flughafens Tuzla, macht keinen Hehl daraus, worauf er den Aufschwung zurückführt: Am 12. Dezember 2025 landete nach langer Pause das erste stationierte Wizz-Air-Flugzeug in Tuzla, Ende März folgte ein zweites. „Dieser Erfolg spiegelt sich klar in den Passagierzahlen wider. Verantwortlich dafür sind vor allem die beiden zurückgekehrten Maschinen und die 15 Destinationen, die wir damit bedienen“, sagte er gegenüber den Nezavisne novine.
Tuzla überholt Banja Luka
Die Zahlen, die die Direktion für Zivilluftfahrt Bosnien und Herzegowinas (BHDCA) veröffentlicht hat, belegen das eindrücklich. Den Spitzenplatz hält nach wie vor der Flughafen Sarajevo: In drei Monaten wurden dort 368.184 Passagiere und 3.538 Flugbewegungen registriert – ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 333.802 Passagiere und 3.447 Flüge gezählt worden waren.
Neu ist hingegen die Rangfolge dahinter. Während im ersten Quartal des Vorjahres noch Banja Luka den zweiten Platz belegte, hat Tuzla diesen Rang nun übernommen. Von Jänner bis März verzeichnete der Flughafen 97.936 Passagiere – um 36.628 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Auch die Zahl der Flugbewegungen schnellte von 292 auf 641 in die Höhe. Banja Luka folgt auf Platz drei mit 88.363 Passagieren und 903 Flügen, was einem leichten Rückgang gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres entspricht, als noch 88.653 Passagiere und 948 Flüge verbucht wurden.
Das Schlusslicht bildet der Flughafen Mostar: 6.088 Passagiere und 154 Flüge stehen zu Buche – weniger als im Vorjahreszeitraum, als 6.574 Reisende und 170 Flugbewegungen gezählt worden waren.
Rekord noch möglich
Trotz der positiven Bilanz gibt es Unwägbarkeiten. Die angespannte globale Lage und steigende Treibstoffpreise könnten die Dynamik bremsen, räumt Halilcevic ein. „Das wird den Aufschwung sicher etwas dämpfen, aber wir hoffen, dass sich die Lage rasch zum Besseren wendet“, so der Flughafendirektor. Zu Jahresbeginn hatte man auf Basis des Geschäftsplans noch ein Rekordjahr prognostiziert – ob das angesichts der globalen Entwicklungen zu halten ist, bleibt offen. „Wir sind zuversichtlich, und unsere Kapazitäten deuten darauf hin, dass ein Rekord erreichbar ist“, betonte Halilcevic.
Auf die Frage nach neuen Strecken verwies er auf laufende Verhandlungen – sowohl mit bereits am Standort aktiven Fluggesellschaften als auch mit potenziellen neuen Partnern. Konkrete Ankündigungen ließ er jedoch aus: „Solange nichts spruchreif ist, können wir damit nicht an die Öffentlichkeit gehen.“