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Überraschender Anstieg: Wahl-Beteiligung bei fast 80 Prozent

Überraschender Anstieg: Wahl-Beteiligung bei fast 80 Prozent
FOTO: EPA-EFE/Filip Singer
2 Min. Lesezeit |

Die Nationalratswahl verzeichnete eine höhere Wahlbeteiligung als der Urnengang im Jahr 2019. Laut den ersten Hochrechnungen gaben 78,5 Prozent der wahlberechtigten Bürger ihre Stimme ab. Dies stellt eine Zunahme gegenüber den 75,59 Prozent aus dem Jahr 2019 dar. Die Hochrechnungen basieren auf einem Auszählungsgrad von über 50 Prozent und weisen eine Schwankungsbreite von plus/minus 1,4 Prozentpunkten auf.

Rückblick auf vergangene Wahlen

Der Urnengang 2019 fand im Kontext der „Ibizagate“-Affäre sowie der FPÖ-Spesenaffäre statt, was die Wahlbeteiligung auf 75,59 Prozent sinken ließ. Dieses Niveau lag nur knapp über dem bisherigen Tiefststand von 74,91 Prozent im Jahr 2013.

Die Beteiligung an Nationalratswahlen zeigte seit den 1950er-Jahren einen tendenziell rückläufigen Trend, blieb jedoch im internationalen Vergleich relativ hoch. Bis 1986 lag die Wahlbeteiligung stets über 90 Prozent. Auch bis 2002 gingen mehr als vier Fünftel der Wahlberechtigten an die Urnen. Erst ab 2006 sank die Beteiligung unter 80 Prozent, und der niedrigste Wert wurde im Jahr 2013 mit 74,91 Prozent erreicht.

Schwankungen und spezifische Wahltypen

In den letzten Jahren waren deutliche Schwankungen in der Wahlbeteiligung zu beobachten. Nach dem Negativrekord 2013 brachte die vorgezogene Neuwahl, die von ÖVP-Chef Sebastian Kurz 2017 initiiert wurde, eine Beteiligung von über 80 Prozent. Die darauf folgende Wahl nach dem Ibiza-Skandal verzeichnete einen erneuten Rückgang auf 75,79 Prozent – den zweitniedrigsten Wert seit 1945. Mehr als 1,5 Millionen Wahlberechtigte nutzten damals ihr Wahlrecht nicht.

Die Beteiligung bei EU-Wahlen ist traditionell niedriger als bei Nationalratswahlen und somit kein verlässlicher Indikator. Eine Ausnahme bildete die EU-Wahl 2019, die angesichts des aufgeheizten politischen Klimas eine Beteiligung von 59,77 Prozent erreichte. Die Beteiligung an der EU-Wahl 2023 lag bei 56,25 Prozent.

Große Differenz in Niederösterreich und im Burgenland

Ein bemerkenswerter Unterschied zeigt sich in den Beteiligungen der Bundesländer. Im Burgenland und Niederösterreich liegt die Wahlbeteiligung traditionell stets über 80 Prozent. Vorarlberg bildete mit einer Beteiligung von 67,71 Prozent bei der Nationalratswahl 2019 das Schlusslicht. Auch in Tirol und Wien sank die Wahlbeteiligung 2013 unter 70 Prozent.

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Die Beteiligung an Bundespräsidentenwahlen zeigt ebenfalls starke Schwankungen, abhängig davon, wie eindeutig der Wahlausgang erwartet wird. 2010 gingen nur 53,6 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl, und knapp 80 Prozent stimmten im ersten Wahlgang für Heinz Fischer. Im zweiten Wahlgang 2016 stieg die Beteiligung auf 74,21 Prozent.

Zu den ORF Hochrechnungen

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KO KOSMO-Redaktion
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