Ein Souvenir zu viel: Am Hafen von Porto Torres endet ein Sardinien-Urlaub mit einer empfindlichen Überraschung.
Eine 69-jährige Touristin ist im Hafen von Porto Torres von den italienischen Zollbehörden aufgegriffen worden, als sie im Begriff war, nach einem Sardinien-Urlaub eine Fähre in Richtung Toulon zu besteigen. Bei der Kontrolle stellten die Ermittler feinen Sand sowie weiße Steine sicher, die vom Strand Le Saline nahe Stintino im Norden Sardiniens stammten.
Seit einem Regionalgesetz aus dem Jahr 2017 ist es ausdrücklich untersagt, Sand, Kiesel oder Muscheln von sardischen Stränden mitzunehmen. Der Frau droht nun eine Geldstrafe, die sich je nach Schwere des Verstoßes auf bis zu 3.000 Euro belaufen kann – mindestens jedoch 500 Euro beträgt. Das sichergestellte Material soll innerhalb der nächsten Tage an seinen ursprünglichen Fundort zurückgebracht werden.
Wiederkehrendes Problem
Das unerlaubte Entnehmen von Sand und Steinen durch Urlauber stellt für Sardinien ein ernsthaftes und wiederkehrendes Problem dar. Die Insel zieht jährlich Millionen von Besuchern an, die von ihren malerischen Küsten fasziniert sind – doch viele Touristen nehmen Sand, Muscheln oder Kiesel als Erinnerungsstücke mit nach Hause und gefährden damit das empfindliche Ökosystem der Küstenregion.
Allein im Jahr 2020 wurden auf Sardinien 41 Touristinnen und Touristen mit Geldstrafen belegt, weil sie Sand, Steine oder Muscheln von den Stränden mitnehmen wollten. Die gesetzlich verankerten Strafen sollen diesem Verhalten entgegenwirken, wenngleich viele Reisende nach wie vor überrascht reagieren, wenn sie mit den Konsequenzen konfrontiert werden. „Das Entwenden von Strandsand scheint zwar harmlos, ist aber für das fragile Küstensystem der Insel tödlich“, betonten die Behörden, die im Sommer die Kontrollen auf den bekanntesten Stränden verschärfen.