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Overtourism

Italienische Touristenregion verhängt neue Regeln für Besucher

Italienische Touristenregion verhängt neue Regeln für Besucher
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Megafone, Menschenmassen, verstopfte Gassen – Italiens Cinque Terre ziehen eine harte Grenze gegen den Overtourism.

Die Cinque Terre gehören zu den meistbesuchten Reisezielen Italiens – und genau das wird den fünf malerischen Dörfern an der ligurischen Küste zunehmend zum Problem. Jahr für Jahr strömen Hunderttausende Touristen in die engen Gassen der kleinen Ortschaften, was sich in überfüllten Wegen und wachsendem Lärm niederschlägt. Besonders organisierte Reisegruppen geraten nun ins Visier der lokalen Behörden, die mit einem Bündel neuer Vorschriften gegensteuern wollen.

Neue Gruppenregeln

Laut Berichten italienischer Medien sollen Touristengruppen künftig strengeren Regeln unterliegen. Die maximale Gruppengröße wird in einigen Orten auf 25 Personen beschränkt. Wer mit mehr als zehn Teilnehmern unterwegs ist, muss seinen Gästen Kopfhörer zur Verfügung stellen – damit soll verhindert werden, dass Reiseleiter weiterhin mit Megafon oder Lautsprecher durch die historischen Altstadtgassen führen. Tragbare Lautsprecher und Megafone sollen grundsätzlich verboten werden. Der Hintergrund: In den schmalen Straßenschluchten zwischen den Häusern verstärken sich Geräusche erheblich, was die Anwohner nach Angaben der Behörden zunehmend belastet.

Darüber hinaus arbeiten einzelne Gemeinden an weitergehenden Einschränkungen. Reisegruppen sollen an bestimmten Punkten künftig nicht mehr anhalten dürfen, in manchen Bereichen könnte der Durchgang für größere Gruppen sogar vollständig untersagt werden. Damit soll verhindert werden, dass Treppen und Hauptwege – gerade in der Hochsaison, wenn täglich Tausende Besucher unterwegs sind – vollständig blockiert werden.

Vernazza zieht nach

Wie Il Fatto Quotidiano berichtet, sind in Vernazza konkrete Straßenzüge vorgesehen, in denen Gruppen entweder gar nicht mehr passieren dürfen oder nur unter strengen Auflagen. Die Gemeinde Riomaggiore hat vergleichbare Regelungen laut italienischen Medienberichten bereits an langen Feiertagswochenenden erprobt. Bürgermeisterin Fabrizia Pecunia bewertet die Erfahrungen offenbar positiv – nun zieht Vernazza mit ähnlichen Vorschriften nach.

Kinder unter sechs Jahren und Schulklassen sollen von Teilen der neuen Regelungen ausgenommen sein. Die Maßnahmen sollen nach aktuellem Stand erst ab 1. Jänner 2027 in Kraft treten, um Reiseveranstaltern ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben. Neu ist der Umgang mit dem Besucheransturm in der Region nicht: Schon in der Vergangenheit wurden Sicherheitsvorkehrungen getroffen, etwa Einschränkungen an besonders gefährlichen Aussichtspunkten und Felsbereichen. Auch andere italienische Tourismusdestinationen verschärfen ihre Regeln – Venedig etwa hat bereits eine Eintrittsgebühr eingeführt, um die Besucherströme besser zu steuern.

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KO KOSMO-Redaktion
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