Nach zwei Jahren auf der Flucht endete die Freiheit für Ciro Andolfi in einem Geheimversteck. Der Camorra-Boss gehörte zu Italiens 100 gefährlichsten Verbrechern.
Die Carabinieri haben in Neapel einen der meistgesuchten Camorra-Bosse gefasst. Der 49-jährige Ciro Andolfi wurde im Stadtteil Neapel-Barra in einem speziell angelegten Versteck innerhalb einer Wohnung aufgespürt. Die Festnahme erfolgte durch ein Spezialteam des Carabinieri-Kommandos Neapel im Zuge umfassender Ermittlungsarbeiten.
Seit 2022 befand sich Andolfi auf der Flucht vor den Behörden. Wie die Ermittler am Mittwoch mitteilten, stand er wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Mafiaorganisation, Erpressung mit mafiösen Methoden sowie Korruption unter Anklage. Für diese Delikte muss er noch eine achtjährige Haftstrafe verbüßen. Der Kriminelle, der auf der Liste der 100 gefährlichsten Personen des italienischen Innenministeriums geführt wird, wurde bei der Durchsuchung eines als Versteck genutzten Apartments entdeckt.
Camorra-Strukturen
Der Festgenommene gehört dem Camorra-Clan Andolfi Cuccaro an, der im Osten Neapels seine Machtzentrale hat. Die Camorra unterscheidet sich strukturell von der sizilianischen Cosa Nostra durch ihre dezentrale Organisation – statt einer hierarchischen Führung agieren etwa 100 selbständige Clans mit geschätzten 6.000 Mitgliedern.
Diese Gruppierungen operieren mit eigenen Machtstrukturen und Vereinbarungen vorwiegend in Neapel und der umliegenden Region Kampanien.