Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Alarmstufe

Vor Klimagipfel: Wissenschaftler warnen vor Riesen-Katastrophe

Vor Klimagipfel:  Wissenschaftler warnen vor Riesen-Katastrophe
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Die Bilanz ist verheerend: Während Subventionen für fossile Brennstoffe Rekordhöhen erreichen, fehlen in allen untersuchten Klimabereichen ausreichende Fortschritte.

Wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel in Belém zeichnen Fachleute ein alarmierendes Bild: In keinem der 45 untersuchten Klimabereiche gibt es ausreichende Fortschritte, um die globale Erwärmung auf ein verträgliches Niveau zu begrenzen. „Alle Systeme blinken rot“, erklärt Clea Schumer vom „World Resources Institute“ (WRI) zum aktuellen Bericht „State of Climate Action 2025“. Die von den Forschungseinrichtungen „Climate Analytics“ und WRI veröffentlichte Studie fällt ein vernichtendes Urteil über die internationale Klimapolitik. Ob beim Kohleausstieg, beim Waldschutz oder beim Fleischkonsum – überall bestehen massive Defizite.

Die Subventionen für fossile Energieträger steigen seit 2014 jährlich um etwa 65 Milliarden Euro und erreichten 2023 die Rekordsumme von mehr als 1,3 Billionen Euro. Gleichzeitig nimmt die Entwaldung wieder zu, während der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung kaum sinkt. „Bei den entscheidenden Aufgaben fallen wir durch“, mahnt WRI-Expertin Sophie Boehm. Bill Hare von „Climate Analytics“ betont die Dringlichkeit: „Die Zeit der Ausreden ist vorbei – jetzt zählt nur noch das Tempo.“

Wissenschaftlicher Appell

In der Wissenschaft herrsche Einigkeit darüber, dass nur schnelles Handeln das 1,5-Grad-Ziel noch retten könne. Zuvor hatten bereits über 2.000 Wissenschaftler in einem offenen Brief an die EU-Führung appelliert, die Erkenntnisse der Klimaforschung ernst zu nehmen und darauf hingewiesen, dass Klimaneutralität nicht nur notwendig sei, sondern auch „Europas größte wirtschaftliche Chance“ darstelle.

Positive Signale

Inmitten der düsteren Bilanz gibt es dennoch positive Entwicklungen: Der Anteil von Wind- und Solarenergie an der weltweiten Stromproduktion hat sich seit 2015 mehr als verdreifacht. Die Forscher verweisen zudem darauf, dass 2024 zum zweiten Mal in Folge mehr in saubere Energie investiert wurde als in fossile Quellen. Die Zeit drängt – der Weltklimagipfel in Belém (brasilianische Stadt) im November wird zeigen, ob die Weltgemeinschaft endlich entschlossen handelt.

Oder ob auch dieser dringende Appell ungehört verhallt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen