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Machtkampf

Vučić kündigt Rücktritt an: Serbien wählt schon im Oktober

Vučić kündigt Rücktritt an: Serbien wählt schon im Oktober
Foto: epa/ANDREJ CUKIC
2 Min. Lesezeit |

Serbien vor dem politischen Wendepunkt: Präsident Vucic kündigt seinen Rücktritt an – und hält sich alle Optionen offen.

Serbien steuert auf vorgezogene Neuwahlen zu. Präsident Aleksandar Vucic sagte am 20. August 2026, dass die vorgezogene Parlamentswahl am 18. oder 25. Oktober stattfinden werde; das genaue Datum solle in den kommenden Tagen feststehen. Bereits am 27. Juni 2026 hatte er angekündigt, innerhalb weniger Wochen zurückzutreten, um damit sowohl vorgezogene Parlaments- als auch Präsidentschaftswahlen zu ermöglichen.

Wann genau Vucic seinen Rücktritt vollziehen will, ließ er dabei offen. Planmäßig wäre die Wahl erst im Dezember 2027 fällig gewesen.

Vucics Machterhalt

Politische Beobachter gehen davon aus, dass Vucic im Falle eines Wahlsiegs seiner Partei das Amt des Ministerpräsidenten anstreben könnte – ein Schritt, der seinen seit zwölf Jahren andauernden Einfluss auf die serbische Politik in neuer Funktion fortschreiben würde. Serbien ist zwar EU-Beitrittskandidat, muss für eine tatsächliche Annäherung an die Union jedoch weiterhin erhebliche Reformen umsetzen – darunter die Sicherstellung fairer Wahlbedingungen sowie entschiedenere Maßnahmen gegen Korruption und organisierte Kriminalität.

Die Opposition erhebt unterdessen schwerwiegende Vorwürfe gegen Vucic und sein politisches Umfeld: Gewalt gegen Andersdenkende, Verflechtungen mit der organisierten Kriminalität, Korruption sowie die systematische Einschränkung der Pressefreiheit stehen im Raum. Vucic und seine Anhänger weisen diese Anschuldigungen zurück.

Proteste als Auslöser

Ausgelöst wurden die regierungskritischen Proteste, die letztlich den Druck für vorgezogene Wahlen erzeugten, durch den Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen.

Die vor allem von Studierenden getragene Protestbewegung richtete sich in der Folge grundsätzlich gegen Korruption und staatliches Versagen.

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KO KOSMO-Redaktion
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