Dreieinhalb Stunden Laufzeit, 400 Millionen Dollar Budget – James Camerons neues Pandora-Abenteuer sprengt alle Dimensionen und fordert die Familie Sully mit neuen Bedrohungen heraus.
Der dritte Teil der „Avatar“-Saga erreicht mit „Fire and Ash“ neue Dimensionen – sowohl in der Laufzeit als auch bei den Produktionskosten. Die Fortsetzung der Geschichte um Jake, Neytiri und das Volk der Na’vi ist ab sofort auf den Kinoleinwänden zu erleben.
Nach dem schmerzlichen Verlust ihres Sohnes Neteyam sehen sich Jake Sully und seine Gefährtin Neytiri mit weiteren Bedrohungen auf Pandora konfrontiert. Ein aggressiver Na’vi-Stamm, die Ash People oder Mangkwan, taucht im vulkanischen Gebiet des Mondes auf. Deren kriegerische Anführerin Varang trachtet danach, Zwietracht unter den Na’vi zu säen. Parallel dazu verschärft die Rückkehr des totgeglaubten Colonel Quaritch in neuer Gestalt die Spannungen zwischen Menschen und Na’vi. Die Familie Sully kämpft nicht nur ums Überleben, sondern muss auch ihre tiefsten Überzeugungen hinterfragen.
Die Fortsetzung der Geschichte der „blauen Bewohner“ knüpft direkt an die Ereignisse aus „The Way of Water“ an. Regisseur James Cameron bleibt seinem Hang zu monumentalen Kinoproduktionen treu: Mit einer Laufzeit von dreieinhalb Stunden übertrifft der Film seine Vorgänger deutlich. Die Produktionskosten von geschätzten 400 Millionen Dollar machen ihn zu einem der kostspieligsten Filmprojekte der Kinogeschichte. Ein erheblicher Teil dieser Summe floss laut Cameron in bahnbrechende CGI-Technologien.
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Der Filmemacher betonte bereits, dass der dritte Teil mindestens eine Milliarde Dollar einspielen müsse, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Davon hängt auch die Zukunft des Franchise ab – obwohl die Teile 4 und 5 bereits in Arbeit sind und voraussichtlich 2029 und 2031 erscheinen sollen.
Starbesetzung und Kritik
In „Fire and Ash“ treffen etablierte Darsteller des Avatar-Universums wie Sam Worthington, Zoe Saldana, Kate Winslet, Cliff Curtis und Bailey Bass auf Neuzugänge wie Oona Chaplin und David Thewlis. Die ersten Rezensionen vor dem Kinostart fallen gemischt aus: Während viele Kritiker die beeindruckende Bildsprache, die technische Brillanz und den Charakter als „Kino-Event“ würdigen, gibt es auch Vorbehalte bezüglich der ausufernden Laufzeit, der sich wiederholenden Erzählmuster und mancher Handlungsentwicklung.
Wer spektakuläres Eventkino schätzt und sich von visueller Opulenz begeistern lässt, dürfte auch an „Avatar: Fire and Ash“ Gefallen finden; anderen könnte eine „Post-Avatar-Depression“ drohen – diesmal allerdings aus anderen Gründen.
Post-Avatar-Depression
Kenner der „Avatar“-Filme sind mit dem Phänomen vertraut: Sobald der Abspann beginnt und man gedanklich von Pandora in die Realität zurückkehrt, stellt sich oft ein Gefühl der Ernüchterung ein. Manche Zuschauer entwickeln sogar depressive Symptome, wenn sie aus der paradiesischen Fantasiewelt gerissen werden und sich plötzlich im grauen Alltag wiederfinden. Diese Reaktion wird seit Jahren als „Post-Avatar-Depression“ oder „-Syndrom“ bezeichnet.
Obwohl medizinisch nicht anerkannt, beschreibt der Begriff ein reales Phänomen. „Der Film lässt das wirkliche Leben unvollkommener erscheinen“, erklärte der Psychiater Stephan Quentzel in einem CNN-Interview. Die von James Cameron erschaffene Welt von Pandora wirkt auf viele Zuschauer zu verlockend. Dass auch die Bewohner des Mondes mit Herausforderungen konfrontiert sind, tritt dabei in den Hintergrund. Entscheidend ist die Umgebung – und die trägt auf Pandora tatsächlich traumhafte Züge.
Auch der dritte Teil, der nun in den österreichischen Kinos anläuft, ändert nichts an dieser Grundkonstellation: Trotz aller Widersacher und Gefahren bleibt das Leben auf Pandora im Einklang mit der Natur und den fundamentalsten menschlichen Bedürfnissen ein zu schöner Traum, um wahr zu sein.
„Avatar: Fire and Ash“, Science-Fiction, Fantasy. USA 2025, 210 Minuten, ab 17. Dezember im Kino.