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Energiepolitik

Während EU den Ausstieg vorbereitet: Vucic verlängert Gas-Deal mit Putin

Während EU den Ausstieg vorbereitet: Vucic verlängert Gas-Deal mit Putin
FOTO: EPA/VLADIMIR SMIRNOV / SPUTNIK
3 Min. Lesezeit |

Während die EU den Ausstieg aus russischem Gas vorantreibt, setzt Serbien auf Kontinuität. Präsident Vucic verlängert die Lieferungen aus Moskau – ein energiepolitischer Balanceakt.

Während die Europäische Union den schrittweisen Ausstieg aus russischen Gaslieferungen bis Ende 2027 vorantreibt, hat Serbien seine Energiebeziehungen zu Moskau verlängert. Präsident Aleksandar Vucic verkündete kurz vor den Weihnachtsfeiertagen die Fortsetzung der Gasimporte aus Russland mindestens bis Ende März 2026. Die Lieferungen erfolgen weiterhin über die TurkStream-Pipeline durch das Schwarze Meer.

Der Balkanstaat deckt seinen Gasbedarf fast vollständig durch russische Importe. Im Jahr 2024 verbrauchte Serbien etwa 2,65 Milliarden Kubikmeter Gas, wobei nahezu die gesamte Menge aus Russland stammte. Die Versorgung läuft seit 2021 über den südlichen Korridor, der von der Türkei über Bulgarien nach Serbien führt.

„Mit diesem Abkommen zur dreimonatigen Verlängerung der Gaslieferungen können die Menschen sicher sein und ruhig schlafen“, erklärte Vucic gegenüber dem staatlichen Sender RTS. Die serbische Regierung hatte ursprünglich angestrebt, bereits im Mai dieses Jahres einen langfristigen Vertrag mit Russland abzuschließen.

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Westlicher Sanktionsdruck

Die energiepolitische Vereinbarung fällt in eine Phase verstärkter westlicher Einflussnahme. Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland stehen besonders durch die Situation beim serbischen Energiekonzern NIS unter Druck. Das mehrheitlich von Gazprom Neft kontrollierte Unternehmen wurde Anfang 2025 auf die Sanktionsliste der USA gesetzt. Auch die Europäische Union hat Gazprom Neft im Oktober 2025 mit ihrem 19. Sanktionspaket umfassend mit Strafmaßnahmen belegt.

Washington fordert von Belgrad zudem den vollständigen Rückzug russischen Kapitals. Kreml-Chef Wladimir Putin nahm dazu kürzlich Stellung und verwies auf die bestehenden bilateralen Vereinbarungen mit Serbien. Bei seiner Jahrespressekonferenz am 19. Dezember betonte Putin, dass eine Nichteinhaltung dieser Abkommen grundsätzliche Fragen zur Investitionssicherheit aufwerfen würde.

Die Beschränkung der Vertragsverlängerung auf Ende März 2026 erscheint als Teil einer strategischen Vorgehensweise. Serbien vermeidet langfristige Bindungen, um sich Handlungsspielraum sowohl gegenüber Moskau als auch gegenüber westlichen Partnern zu bewahren. Als Nicht-EU-Mitglied muss sich das Land zwar nicht an den geplanten europäischen Ausstieg aus russischem Pipeline-Gas ab 2027 halten, steht jedoch unter zunehmendem Druck aus Brüssel und Washington.

Pipeline-Neuordnung

Mit der kurzfristigen Verlängerung sichert Belgrad die Gasversorgung über die Wintermonate, ohne sich langfristig festzulegen oder neue Sanktionen zu riskieren. Während EU-Mitgliedstaaten wie Ungarn oder die Slowakei ihre Verträge mit Gazprom spätestens zum 1. November 2027 auslaufen lassen müssen, kann Serbien seine Verhandlungen mit Moskau fortsetzen, ohne offen mit der EU zu brechen.

Parallel dazu verändert sich die Organisationsstruktur rund um die TurkStream-Pipeline. Nach Angaben der ungarischen Regierung plant South Stream Transport, der Betreiber des Offshore-Abschnitts, seinen Firmensitz von den Niederlanden nach Ungarn zu verlegen. Zuvor hatte ein Amsterdamer Gericht auf Antrag eines ukrainischen Energieunternehmens, das dem Milliardär Rinat Achmetow zugeordnet wird, Vermögenswerte des Unternehmens vorläufig eingefroren, wie die Berliner Zeitung berichtete.

Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó begrüßte Anfang Dezember ausdrücklich den Umzug und betonte, dass die Arbeit des Pipelinebetreibers durch Sanktionen nicht beeinträchtigt werde. Ungarn gehört zu den entschiedensten Gegnern eines schnellen Gasausstiegs und bleibt ein wichtiger Transit- und Abnehmerstaat.

Russisches Gas verschwindet somit vorerst nicht vollständig vom europäischen Markt. Es wird verstärkt in Länder außerhalb der EU-Sanktionsarchitektur umgeleitet, darunter Serbien.

Der neue Gasvertrag stellt daher mehr als nur eine kurzfristige Verlängerung dar – er markiert eine Neuordnung der europäischen Energielandschaft mit einer deutlicheren Trennlinie zwischen EU-Mitgliedern und Nicht-EU-Staaten.

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KO KOSMO-Redaktion
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