Pommes-Liebhaber aufgepasst: Die knusprige Verführung hat eine dunkle Seite. Dreimal wöchentlich auf dem Teller erhöht das Diabetes-Risiko um 20 Prozent.
Der regelmäßige Verzehr von Pommes frites erhöht das Diabetes-Risiko deutlich, während andere Erdäpfelgerichte unbedenklich sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Langzeitstudie mit mehr als 205.000 US-amerikanischen Gesundheitsarbeitern.
Wer dreimal wöchentlich Pommes frites konsumiert, steigert sein Risiko für Typ-2-Diabetes um beachtliche 20 Prozent. Überraschend dabei: Erdäpfel, die gekocht, gebacken oder als Püree zubereitet werden, zeigen keinen vergleichbaren negativen Effekt. Die Studie liefert damit differenzierte Erkenntnisse zur Wirkung verschiedener Zubereitungsarten auf die Gesundheit.
Die im renommierten British Medical Journal veröffentlichte Untersuchung stammt von einem internationalen Forscherteam unter Beteiligung der Harvard University und der Universität Cambridge. Diese wissenschaftliche Basis unterstreicht die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse.
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Risiko durch Ernährungswechsel
Besonders interessant sind die Ergebnisse zum Austausch von Erdäpfelprodukten: Wer statt Erdäpfel zu Vollkornprodukten greift, senkt sein Diabetes-Risiko um 8 Prozent. Noch deutlicher fällt der Effekt aus, wenn speziell Pommes frites durch Vollkornprodukte ersetzt werden – hier sinkt das Risiko um beeindruckende 19 Prozent. Dagegen erhöht der Austausch von Erdäpfeln gegen weißen Reis das Erkrankungsrisiko.
Die Datengrundlage der Studie ist beeindruckend. Über einen Zeitraum von fast vier Jahrzehnten wurden die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer mittels detaillierter Fragebögen erfasst. Während dieser Zeit entwickelten 22.299 Personen Typ-2-Diabetes – ein Umstand, der den Forschern wertvolle Rückschlüsse ermöglichte.
Gesunde Alternativen
Erdäpfel selbst sind keineswegs ungesund. Sie enthalten wichtige Nährstoffe wie Ballaststoffe, Vitamin C und Magnesium. Allerdings besitzen sie einen hohen Stärkegehalt, was zu einem erhöhten glykämischen Index (Blutzuckeranstieg-Messwert) führt – ein Faktor, der mit Diabetes in Verbindung gebracht wird. Die Studie zeigt nun erstmals detailliert, wie unterschiedliche Zubereitungsmethoden diesen Effekt beeinflussen.
Die Wissenschaftler betonen, dass ihre Ergebnisse die aktuellen Ernährungsempfehlungen stützen, die Vollkornprodukte als wichtigen Bestandteil einer gesunden Ernährung zur Diabetes-Prävention hervorheben. Gleichzeitig geben sie Entwarnung für Erdäpfelliebhaber: Gekochte, gebackene oder pürierte Erdäpfel können durchaus Teil einer ausgewogenen Ernährung sein – nicht zuletzt aufgrund ihrer geringen Umweltauswirkungen. Die Forscher weisen darauf hin, dass Kartoffeln aufgrund ihres niedrigen ökologischen Fußabdrucks weiterhin als nahrhafte Kohlenhydratquelle gelten.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können keine endgültigen Aussagen über Ursache und Wirkung getroffen werden.
Dennoch liefert die Untersuchung wertvolle Hinweise für eine gesundheitsbewusste Ernährungsweise.