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Leitzins

Was die kommende Zinssenkung für Privatpersonen bedeutet

(FOTO: iStock/Noppasin Wongchum)
(FOTO: iStock/Noppasin Wongchum)

Nach eineinhalb Jahren steigender Zinsen, zeichnet sich für 2024 eine Wende ab. Experten prognostizieren für Mitte des Jahres erste Leitzinssenkungen.

Der aktuelle EZB-Leitzins liegt bei 4,5 Prozent und der „Drei-Monats-Euribor“ (Basis für Kreditberechnungen) bei 3,9 Prozent. Doch diese Zahlen könnten sich bald ändern. Martin Schaller, Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank, erwartet eine Kehrtwende: „Ich rechne damit, dass gegen Mitte des Jahres, wenn die Inflation nicht weiter ansteigt, was wir derzeit nicht sehen, dass wir dann wieder mit den ersten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank zu rechnen haben.“ Schaller geht dabei von mehreren Schritten aus: „Wenn ein Beginn Mitte des Jahres stattfindet, dann rechnen wir schon mit mehreren Schritten, also zwei bis drei Schritte. Im zweiten Halbjahr können wir uns das durchaus vorstellen.“

Auswirkungen für Kreditnehmer und Sparer

Die hohen Zinsen haben dazu geführt, dass die Kreditvergaben im Privatbereich bei Raiffeisen um 70 Prozent zurückgegangen sind. Doch mit den erwarteten Zinssenkungen könnten Finanzierungen und damit auch die Schaffung von Wohnraum wieder günstiger werden. Vorstandsdirektor Florian Stryeck rät dazu, die derzeitige Phase zu nutzen: „Wie lange unsere Kunden warten sollten, hängt auch von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Da nutzt man jetzt am besten die Zeit, Eigenmittel anzusparen und das Projekt auch gut zu planen.“ Doch Sparer sollten sich darauf einstellen, dass mit der Leitzinssenkung auch die Spar- und Veranlagungszinsen wieder zurückgehen werden.

Digitalisierung

Ein weiterer Fokus liegt 2024 auf den Echtzeitüberweisungen. Geldtransfers innerhalb von zehn Sekunden sollen in Europa zum Standard werden. Bei Raiffeisen werden bereits mehr als 99 Prozent der Transaktionen online getätigt. Doch trotz der Digitalisierung sieht Schaller weiterhin Bedarf für Bankfilialen: „Ja, das braucht es deswegen, weil ja an die 500.000 Beratungsgespräche vor Ort durchgeführt werden. Das heißt, vor Ort die Beratung ist nach wie vor ein Standbein, dass unsere Kunden sehr gerne in Anspruch nehmen.“

Bargeld bleibt gefragt

Trotz des Trends zur Digitalisierung, ist Bargeld weiterhin gefragt. Im Vorjahr wurde sogar um fünf Prozent mehr Bargeld abgehoben. Und für diese Bargeldabhebungen werden auch weiterhin Bankschalter benötigt.

Während Zinssenkungen für Entlastung bei Kreditnehmern sorgen könnten, müssen sich Sparer auf niedrigere Renditen einstellen. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung des Bankgeschäfts voran, ohne dass dabei der Bedarf an Bargeld und persönlicher Beratung in Bankfilialen zurückgeht.