Fast acht Jahre nach dem Verschwinden einer jungen Wienerin führt ein überraschendes Geständnis zum Durchbruch. In einem Waldgebiet wurden menschliche Überreste entdeckt.
Seit Anfang 2018 fehlt von der damals 21-jährigen Jenni Sch. aus Wien-Brigittenau jede Spur. Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen blieb ihr Verbleib jahrelang im Dunkeln. Die junge Frau hatte zuvor eine Beziehung mit einem Mann geführt, die zuletzt offenbar von erheblichen Konflikten geprägt war.
Dieser geriet unmittelbar nach ihrem Verschwinden ins Visier der Ermittler. Besonders verdächtig erschienen den Beamten seine früheren Internetrecherchen zu K.-o.-Tropfen sowie mehrere Fahrten in abgelegene Gebiete Niederösterreichs kurz nach dem Zeitpunkt des Verschwindens. Obwohl er kontinuierlich unter Beobachtung stand, fehlten konkrete Beweise für eine Straftat.
Da keine sterblichen Überreste gefunden wurden, sah die Staatsanwaltschaft keine ausreichende Grundlage für ein Strafverfahren. Der Verdächtige selbst behauptete damals, seine ehemalige Freundin habe Österreich aus eigenem Entschluss verlassen. Auch eine ausgelobte Belohnung von 50.000 Euro führte zu keinen verwertbaren Hinweisen.
Entscheidende Wende
Die entscheidende Wende brachte ein aktuelles Verfahren gegen den Mann wegen schwerer Gewaltdelikte an seiner jetzigen Partnerin. Die Ermittlungsbehörden nahmen ihn erneut ins Visier und konfrontierten ihn wiederholt mit Fragen zum Fall Jenni. Bei diesen Befragungen kamen offenbar neue Erkenntnisse zutage.
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So soll er in seinem persönlichen Umfeld mehrfach Überlegungen zur Durchführung eines „perfekten Mordes“ geäußert haben. Zunächst leugnete er weiterhin jegliche Verbindung zum Verschwinden seiner Ex-Freundin. Am Sonntagmorgen um 8 Uhr stellte er sich jedoch überraschend in der Polizeiinspektion Waidhofen an der Thaya.
Überreste gefunden
Fast acht Jahre nach dem Verschwinden scheint der Fall nun vor der Aufklärung zu stehen: Laut Berichten der Kronen Zeitung erschien der frühere Lebensgefährte in einer Polizeidienststelle im Waldviertel und gestand die Tat. Einen Tag später legte er im Wiener Landeskriminalamt ein umfassendes Geständnis ab.
Wie der KURIER in Erfahrung bringen konnte, begleitete der Verdächtige die Ermittler am Montag zu möglichen Ablageorten. In einem Waldgebiet bei Ottenstein in Niederösterreich stießen die Beamten schließlich am Abend auf menschliche Überreste. Ob diese tatsächlich von Jenni stammen, müssen nun forensische Untersuchungen klären.
Die Suche nach weiteren Leichenteilen wird heute an einem anderen Ort fortgesetzt.
Für die Mittagsstunden hat die Polizei eine Pressekonferenz angekündigt.