Armut, Alkohol und seltene Glücksmomente: Zlatan Ibrahimovic öffnet in seiner Autobiografie Türen, die lange verschlossen blieben.
In seiner Autobiografie „Adrenalin“ hat Zlatan Ibrahimovic tief in seine Vergangenheit geblickt – und dabei Einblicke gewährt, die weit über den Fußballplatz hinausgehen. Kindheitstraumata, bittere Armut und eine zerrüttete Familie: Der Weltstar spart in seinem Buch nicht mit schmerzhaften Wahrheiten über die Menschen, die ihn geformt haben.
Was kaum jemand weiß: Zlatans Vater Sefik Ibrahimovic war Volksmusiker, der im gesamten ehemaligen Jugoslawien auftrat. Seinem Sohn widmete er sogar ein eigenes Lied – „Zlato, Zlatane“ – eine musikalische Liebeserklärung, die bis heute ein besonderes Kapitel in der Familiengeschichte der Ibrahimovics darstellt.
Armut und Scham
Die Kindheit in Schweden war für Zlatan jedoch alles andere als idyllisch. Geldmangel war ein ständiger Begleiter – so sehr, dass er tagein, tagaus denselben Trainingsanzug trug und, wenn die Socken ausgingen, die Fußballstutzen kurzerhand unter der Jeans verbarg, um den Spott der Mitschüler zu vermeiden. Doch der blieb nicht aus.
Inmitten dieser Entbehrungen leuchteten die seltenen Momente mit dem Vater umso heller: Wenn Sefik an seinen Betreuungstagen die Kinder abholte, ließ er den kleinen Zlatan auf seinem Schoß am Steuer seines dunkelblauen Opel Kadett sitzen. Danach gab es riesige Hamburger und Eis mit Schlagobers – Augenblicke, die sich tief ins Gedächtnis eingegraben haben.
Doch die Familienidylle blieb Illusion. Der Alkohol zerstörte, was hätte sein können. Zlatan erinnert sich an laute Streitereien, an Beleidigungen, die durch das Haus hallten, an einen Vater, der in seiner eigenen Welt versank – jugoslawische Musik hörte, trank und weder die Spiele seines Sohnes besuchte noch ihn in der Schule ermutigte. Es war ausgerechnet Zlatan selbst, der seinem Vater schließlich half, den Alkohol zu überwinden.
Versprechen an die Mutter
Nicht weniger schwer lastete das Leben auf seiner Mutter. Sie stand um vier Uhr morgens auf, arbeitete hart und kehrte nachmittags zurück, um fünf Kinder zu versorgen – während zwei Männer vom Balkan ihr mehr Sorgen als Rückhalt brachten.
Zlatan fasste früh einen Entschluss: Sobald er sein erstes Gehalt bei Ajax Amsterdam in den Händen hielt, sagte er ihr: „Mama, du arbeitest nicht mehr. Ich werde mich um dich kümmern.“
Heute lebt sie in Ruhe – und ihr Glück ist, wie Zlatan selbst sagt, ein wesentlicher Teil seines eigenen.