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Himmelsschauspiel

Achtung: Alle ,,Sofi“-Brillen weg? – das ist deine Last-Minute-Lösung

Achtung: Alle ,,Sofi“-Brillen weg? – das ist deine Last-Minute-Lösung
Foto: iStock
4 Min. Lesezeit |

Seltenes Himmelsspektakel über Österreich – doch wer unvorbereitet hinschaut, riskiert bleibende Schäden an den Augen.

Dieses Mittwoch, am 12. August, erwartet Österreich ab 19:22 Uhr ein seltenes astronomisches Ereignis: Der Mond schiebt sich vor die Sonnenscheibe und verdeckt sie teilweise. Ab rund 20:10 Uhr wird eine partielle Sonnenfinsternis mit einem Bedeckungsgrad von knapp 90 Prozent sichtbar sein – kurz bevor die Sonne am Horizont verschwindet. Wer anschließend den Blick gen Himmel richtet, darf sich zusätzlich auf den Höhepunkt des Perseiden-Meteorschauers freuen, denn für die Nacht ist laut Prognosen verbreitet mit klarem Sternenhimmel zu rechnen.

Geosphere Austria zufolge stehen die Chancen gut, das Spektakel bei wolkenfreiem Wetter ungestört verfolgen zu können. Allerdings ist beim Blick zur Sonne äußerste Vorsicht geboten. Augenärzte warnen ausdrücklich davor, zu lange in Richtung Sonne zu schauen: Bereits nach wenigen Sekunden kann intensives Sonnenlicht die Netzhaut dauerhaft schädigen. Besonders heimtückisch ist dabei, dass die Netzhaut über keinerlei Schmerzrezeptoren verfügt – ein warnendes Signal bleibt also aus.

Schutz beim Beobachten

Zur Vorsicht geraten wird auch beim Fotografieren mit dem Smartphone. Die Linsen der Handykamera wirken ähnlich wie ein Brennglas und bündeln Sonnenstrahlen sowie Wärme auf den Bildsensor – mit möglichen Folgen wie schwarzen Flecken, Pixelfehlern oder Farbstreifen auf späteren Aufnahmen. Als einzig sichere Lösung gilt ein Solarfilter, der direkt vor der Kameralinse angebracht wird.

Wer noch eine Schutzbrille besorgen wollte, stand am Mittwoch vor einem Problem: Vor Linzer Optikern bildeten sich bereits am Vormittag lange Warteschlangen, viele Geschäfte hatten ihre Bestände bereits aufgebraucht und wiesen mit Schildern auf leere Lager hin. Im Internet wurden die Brillen, die im Fachhandel für rund drei Euro erhältlich sind, auf Verkaufsplattformen zu teils horrenden Preisen angeboten – vereinzelt wurden bis zu 200 Euro für ein zertifiziertes Modell verlangt.

Fachleute raten dringend davon ab, auf ungeeignete Alternativen zurückzugreifen, da Augenschäden in manchen Fällen nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Bei der Wahl einer Schutzbrille ist auf das korrekte CE-Kennzeichen sowie die aktuell gültige Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 zu achten. Brillen aus dem Jahr 1999 sollten nicht mehr verwendet werden, da jahrzehntelange Lagerung das Material beschädigt haben könnte. Gleiches gilt für Teleskope und Objektive: Eine direkte Beobachtung der Sonnenfinsternis durch diese Geräte ist strikt zu vermeiden, da sie die Sonnenstrahlen zusätzlich verstärken.

Besonders in sozialen Netzwerken kursiert die Empfehlung, auf Schweißerbrillen als günstige Alternative zurückzugreifen. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt jedoch ausdrücklich vor dieser Methode: Schweißerbrillen verfügen in der Regel über eine unzureichende Schutzstufe und filtern weder Infrarot- noch UV-Strahlung in dem Maß, das für den Schutz der Netzhaut erforderlich wäre. Mindestvoraussetzung für eine direkte Beobachtung ist eine Schutzstufe von DIN/EN „Shade 12″ – die Stufen 10 und 11 reichen dafür nicht aus.

Sicherer Livestream

Als sicherste Beobachtungsmethode empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz die Projektionsmethode mittels einer selbst gebauten Lochkamera, da dabei jeder direkte Blick in die Sonne entfällt. Für den Eigenbau werden lediglich ein fester Karton, Alufolie, Klebeband, eine Nadel sowie ein weißes Blatt Papier oder ein heller Karton benötigt. In den Karton wird eine kleine Öffnung geschnitten, darüber ein Stück Alufolie geklebt und mit einer Nadel ein möglichst kleines, rundes Loch gestochen. Zur Beobachtung stellt man sich mit dem Rücken zur Sonne und hält den Karton so, dass das Licht durch das Loch auf die helle Fläche darunter fällt.

Wer weder eine Schutzbrille ergattert hat noch eine Lochkamera basteln möchte, muss dennoch nicht auf das Ereignis verzichten: Die partielle Sonnenfinsternis wird ab 19:15 Uhr als Livestream vom Wiener Donauturm übertragen. Augenschäden, Warteschlangen und überfüllte Aussichtspunkte lassen sich auf diesem Weg gänzlich umgehen.

Zur historischen Einordnung: Die letzte totale Sonnenfinsternis über Österreich ereignete sich im August 1999. Bis zur nächsten werden fast sechs Jahrzehnte vergehen – sie ist erst für den 3. September 2081 vorhergesagt.

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KO KOSMO-Redaktion
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