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Geldprobleme

Weihnachts-Falle: Schuldenberatung Wien verzeichnet Rekord-Ansturm

Weihnachts-Falle: Schuldenberatung Wien verzeichnet Rekord-Ansturm
FOTO: iStock/Chainarong Prasertthai
2 Min. Lesezeit |

Nach Weihnachtskonsum und Winterschlussverkauf klingeln die Alarmglocken: Die Wiener Schuldenberatung verzeichnet einen sprunghaften Anstieg der Hilfesuchenden.

Die Schuldenberatung des Fonds Soziales Wien verzeichnet aktuell einen deutlichen Anstieg an Hilfesuchenden. Der Grund: Weihnachtseinkäufe und Schlussverkäufe haben bei vielen Wienern die finanzielle Belastungsgrenze überschritten. Im Jänner suchten 750 Personen erstmals Rat bei der Beratungsstelle – ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Gudrun Steinmann, Expertin der Schuldenberatung, erklärt die vielschichtigen Ursachen: „Jede dritte Person, die zu uns kommt, hat aktuell Rückstände bei Miete, Strom oder beim Energieanbieter. Aber es sind natürlich auch die gestiegenen Arbeitslosenzahlen, die sich langsam bei uns auch widerspiegeln.“ Nahezu die Hälfte der Klienten ist derzeit beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitssuchend oder arbeitslos registriert.

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Existenzsicherung zuerst

Bei finanziellen Engpässen gilt laut der Fachfrau eine klare Prioritätensetzung: Zunächst müsse die Existenzgrundlage gesichert werden. „Die Schulden bei den anderen Gläubigern, Banken, Handyanbietern usw. kann man im zweiten Schritt klären. Aber wenn ich keine Wohnung mehr zur Verfügung habe, dann ist die Schuldenregulierung auch nicht möglich.“

Die Wartezeit für einen regulären Beratungstermin beträgt derzeit vier bis sechs Wochen. In dringenden Fällen bietet die Einrichtung jedoch telefonische Soforthilfe an.

Weitere Belastungen

Mit Blick auf die kommenden Monate rechnet die Schuldenberatung mit einer weiteren Beratungswelle. Insbesondere die nächste Energiekostenabrechnung könnte aufgrund des kalten Winters viele Haushalte vor massive finanzielle Probleme stellen.

Als präventive Maßnahme bietet die Beratungsstelle daher auch Unterstützung bei der Haushaltsbudgetplanung an. Experten gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend bei den Beratungszahlen im Februar fortsetzen wird.

Häufig sind es gerade die Weihnachtsausgaben, die bei bereits angespannter Finanzlage die kritische Grenze überschreiten.