Die globale Bierbranche steht unter Druck – und die neuesten Zahlen zeigen, wie tiefgreifend der Wandel bereits ist.
Insgesamt wurden 2025 weltweit rund 1,896 Milliarden Hektoliter Bier produziert – ein Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus dem aktuellen Bericht des Hopfenspezialisten BarthHaas hervorgeht. Damit wurden weltweit rund 1,4 Milliarden Liter weniger Bier gebraut. Die Gesamtzahl umfasst auch alkoholfreies Bier, das in zahlreichen Märkten zuletzt an Bedeutung gewonnen hat. Den stärksten prozentualen Rückgang verzeichneten Australien und Ozeanien mit minus 2,4 Prozent, wenngleich die dortige Gesamtmenge mit rund 1,8 Milliarden Litern weltweit nur eine untergeordnete Rolle spielt. Auch in Europa fiel der Ausstoß spürbar – um 1,6 Prozent auf knapp 51 Milliarden Liter.
Ausschlaggebend dafür waren vor allem sinkende Produktionsmengen in Deutschland und Polen. Deutschland hielt mit 7,9 Milliarden Litern dennoch Rang sechs unter den größten Bierproduzenten weltweit – hinter China, den USA, Brasilien, Mexiko und Russland.
Globale Produktionsrückgänge
In Asien belief sich der Rückgang auf 1,2 Prozent, womit die Gesamtmenge auf 59 Milliarden Liter sank. Zuwächse in Indien konnten die Einbußen in China, Vietnam, Japan, Südkorea und Myanmar nicht kompensieren. China bleibt mit einem Anteil von mehr als einem Sechstel an der globalen Produktion mit deutlichem Abstand der weltgrößte Bierproduzent.
In Nordamerika betrug das Minus 1,9 Prozent auf 34 Milliarden Liter. Allein in den USA schrumpfte die Produktion um knapp eine Milliarde Liter auf gut 17 Milliarden Liter – ein Rückgang, der durch den deutlichen Anstieg in Mexiko auf knapp 15 Milliarden Liter nicht aufgefangen werden konnte.
Südamerika entwickelte sich hingegen in die entgegengesetzte Richtung: Dort stieg der Ausstoß um 1,7 Prozent auf 25 Milliarden Liter, getragen vor allem von Brasilien, das auf gut 15 Milliarden Liter zulegte. Noch dynamischer verlief die Entwicklung in Afrika, wo die Produktion um 2,6 Prozent auf knapp 17 Milliarden Liter zulegte.
Hopfenmarkt unter Druck
Beim Hopfenanbau führt Deutschland derzeit sowohl bei der Anbaufläche als auch bei der Erntemenge die weltweite Rangliste an, gefolgt von den USA. Doch auch dieser Sektor steht unter Druck – und der Rückgang fällt hier noch deutlicher aus als bei der Bierproduktion selbst: Die weltweite Anbaufläche schrumpfte um 5,5 Prozent auf 52.660 Hektar, die Erntemenge um 3,8 Prozent auf 109.188 Tonnen. Laut Branchenexperten reicht das jedoch noch immer zu weit: „Die Produktion überstieg auch 2025 den Bedarf“, sagt Heinrich Meier von BarthHaas.
Für das laufende Jahr erwartet BarthHaas keine Erholung beim globalen Bierausstoß. „Wir rechnen mit einer weitgehend gleichbleibenden, tendenziell etwas niedrigeren Produktion“, sagt Geschäftsführer Thomas Raiser. „Wachstum in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika dürfte durch Rückgänge in Europa und Nordamerika aufgezehrt werden.“ Damit bleibe auch die Lage am Hopfenmarkt weiterhin angespannt.