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Terrorgefahr

Waffenlager, Schläferzellen, Bekennervideo: Hamas plante Anschläge für Oktober

Waffenlager, Schläferzellen, Bekennervideo: Hamas plante Anschläge für Oktober
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Waffenlager, europaweite Festnahmen und ein vorbereitetes Bekennervideo – Ermittler sind mutmaßlichen Auslandsstrukturen der Hamas auf der Spur.

Knapp drei Jahre nach dem Massaker der Hamas in Israel, bei dem am 7. Oktober 2023 rund 1.200 Menschen getötet wurden, verdichten sich die Hinweise auf mögliche Anschlagsvorbereitungen in Europa. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ unter Berufung auf Ermittlungsakten und Sicherheitskreise berichtet, sollen vor allem jüdische und israelische Einrichtungen als mögliche Ziele ausgespäht worden sein. Ein Anschlag sollte demnach offenbar rund um den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls im Oktober 2025 stattfinden.

Mutmaßliches Netzwerk in Europa

Ermittlungen und Festnahmen führen nach Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Griechenland, Zypern und Österreich. Die Behörden gehen dem Verdacht nach, dass die Hamas in Europa auslandsoperative Strukturen aufgebaut und Unterstützer mit der Beschaffung, Lagerung und Weitergabe von Waffen beauftragt haben könnte.

Auch Wien spielte in den Ermittlungen eine wichtige Rolle: Im Jahr 2025 wurde in einem Lagerraum in der Bundeshauptstadt ein Waffenversteck mit fünf scharfen Pistolen und zehn dazugehörigen Magazinen entdeckt. Die österreichische Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst ordnete den Fund mutmaßlichen auslandsoperativen Strukturen der Hamas zu. Die Waffen sollen für mögliche Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland oder anderen europäischen Staaten bestimmt gewesen sein.

Im Zusammenhang mit dem Wiener Waffenlager wurde in London ein 39-jähriger britischer Staatsbürger festgenommen. Er soll die Pistolen und Munition in Deutschland übernommen und anschließend nach Österreich transportiert haben. Nach Recherchen der „Neuen Zürcher Zeitung“ wurden über das mutmaßliche Netzwerk insgesamt mindestens 13 Pistolen, ein vollautomatisches Gewehr und mehr als 900 Schuss Munition beschafft oder weitergegeben.

Seit Herbst 2025 wurden nach Angaben des deutschen Generalbundesanwalts insgesamt neun Männer in Deutschland und im europäischen Ausland festgenommen. Die Zugriffe erfolgten unter anderem in London, Kopenhagen und am Flughafen Larnaka auf Zypern sowie bei mehreren Einreisen nach Deutschland.

Vorbereitetes Bekennervideo

Bei einem der Beschuldigten fanden die Ermittler nach Angaben der deutschen Bundesanwaltschaft ein bereits vorbereitetes Bekennervideo. Darin soll ein Anschlag rund um den zweiten Jahrestag des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 angekündigt worden sein. Welches konkrete Ziel ausgewählt worden war und wie weit die Vorbereitungen tatsächlich fortgeschritten waren, ist bislang nicht vollständig öffentlich bekannt.

Unabhängig von diesem jüngsten Waffenbeschaffungskomplex verurteilte das Berliner Kammergericht im März 2026 vier Hamas-Mitglieder zu mehrjährigen Haftstrafen. Nach Überzeugung des Gerichts waren die Männer an der Suche nach früher angelegten Waffendepots und am Aufbau logistischer Strukturen für mögliche Anschläge in Europa beteiligt. Sie waren bereits im Dezember 2023 festgenommen worden.

Weitere Ermittlungen in Europa

Dass die Ermittlungen zu mutmaßlichen Hamas-Strukturen in Europa andauern, zeigt ein weiterer Fall aus dem Juni 2026: Auf der griechischen Insel Kreta wurde ein 37-jähriger Ägypter palästinensischer Herkunft festgenommen. Er steht im Verdacht, der Hamas anzugehören und gemeinsam mit weiteren Beschuldigten einen Anschlag vorbereitet zu haben.

Als mögliches Ziel galt nach griechischen Medienberichten ein israelisches Kreuzfahrtschiff. Ob zwischen diesem Fall und dem in Deutschland und Österreich untersuchten Waffenbeschaffungsnetzwerk eine unmittelbare organisatorische Verbindung besteht, ist bislang nicht abschließend geklärt.

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KO KOSMO-Redaktion
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