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Preisschock

Weltweite Preis-Krise – IWF warnt Bevölkerungen bei Energie und Lebensmitteln

Weltweite Preis-Krise – IWF warnt Bevölkerungen bei Energie und Lebensmitteln
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3 Min. Lesezeit |

Steigende Energie- und Lebensmittelpreise setzen Millionen Menschen unter Druck – der IWF hat nun klare Empfehlungen für Regierungen.

Der Internationale Währungsfonds mahnt Regierungen weltweit zu einem besonnenen Umgang mit dem anhaltenden Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise. Ziel müsse es sein, Bevölkerung und Wirtschaft zu schützen – ohne dabei die Staatsfinanzen zu destabilisieren oder die Inflation weiter zu befeuern. Als Leitlinie empfiehlt der Fonds einen „disziplinierten und schrittweisen Ansatz“: Zunächst sollen gezielte, zeitlich begrenzte Maßnahmen greifen; weitergehende Eingriffe seien nur dann gerechtfertigt, wenn sich die Krise tatsächlich verschärft.

In einer auf der Website des Fonds veröffentlichten Analyse beschreiben die IWF-Ökonomen Pierre-Olivier Gourinchas, Borja Gracia, Delphine Prady und Rodrigo Valdes den aktuellen Energieschock als klassischen negativen Angebotsschock – ausgelöst durch den Krieg im Nahen Osten sowie den damit einhergehenden Anstieg der Öl- und Gaspreise. Die Folge: steigende Inflation bei gleichzeitig gedämpftem Wirtschaftswachstum. Besonders schwer trifft es Entwicklungsländer, die mit schwächeren Sozialsystemen, einem höheren Anteil von Energie und Lebensmitteln am Haushaltsbudget der Bevölkerung sowie teureren Finanzierungsbedingungen zu kämpfen haben.

Subventionen abgelehnt

Von breiten Subventionen oder flächendeckenden Preisdeckelungen rät der IWF ausdrücklich ab – außer in klar definierten Ausnahmesituationen. Solche Instrumente seien kostspielig, schwer zurückzuführen und würden die globale Energienachfrage zusätzlich anheizen. Allgemeine Energiesubventionen, Steuersenkungen oder Preiskontrollen könnten allenfalls dann in Betracht gezogen werden, wenn der Preisschock als vorübergehend einzustufen ist, ein unkontrollierter Inflationsanstieg droht und der Staat über ausreichend fiskalischen Spielraum verfügt.

Die Zahlen untermauern die Warnung des IWF: Laut Fondsberechnungen beliefen sich die durchschnittlichen fiskalischen Kosten der Energieentlastungsmaßnahmen in Europa während des russischen Energieschocks auf rund 2,5 Prozent des BIP – wobei etwa 70 bis 80 Prozent dieser Maßnahmen nicht zielgerichtet waren. Bei gezielter Unterstützung nur der unteren 40 Prozent der Haushalte hätten die Hilfen lediglich etwa 0,9 Prozent des BIP gekostet.

Stattdessen plädiert der Fonds für temporäre, zielgenaue Unterstützung der am stärksten gefährdeten Haushalte – etwa durch Direktzahlungen oder bestehende Sozialtransfers. So ließen sich Marktpreissignale aufrechterhalten und die Belastung für die öffentlichen Budgets begrenzen. IWF-Experten verweisen dabei auf eine deutliche soziale Schieflage: Ärmere Haushalte wenden zwei- bis dreimal mehr ihres Einkommens für Energie und Lebensmittel auf als wohlhabendere Bevölkerungsgruppen – und sind damit von Preissteigerungen ungleich härter betroffen.

Hilfen für Unternehmen

Für Unternehmen empfiehlt der IWF kurzfristige Liquiditätshilfen in Form von staatlichen Kreditgarantien, Steueraufschüben oder Kreditlinien.

Direkte Subventionen oder Kapitalzuschüsse hingegen sollten die Ausnahme bleiben.

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KO KOSMO-Redaktion
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