Wien schwitzt – und der Wasserverbrauch schnellt in die Höhe. Wie die Stadt auf die Rekordwerte reagiert, ist bemerkenswert.
Die anhaltende Hitzewelle treibt den Wasserverbrauch in Wien auf ungewöhnlich hohe Werte. Am vergangenen Montag wurden rund 500.000 Kubikmeter Wasser verbraucht – ein Anstieg von etwa 25 Prozent gegenüber dem üblichen Durchschnitt. Im Juni lag der Spitzenwert sogar bei rund 600.000 Kubikmetern täglich.
Trotz dieser Belastung gibt die Stadt Entwarnung: Sowohl die Trinkwasser- als auch die Stromversorgung sind derzeit vollständig sichergestellt. Dass die Hitzewelle in die Ferienzeit fällt, wirkt sich leicht dämpfend auf den Verbrauch aus, da sich weniger Menschen in der Stadt befinden.
Wiens Wasserreserven
Engpässe erwartet die Stadt dennoch nicht. Wien bezieht sein Trinkwasser aus mehr als 70 Quellen in Niederösterreich und der Steiermark sowie aus 30 Grundwasserbrunnen im Wiener Becken. Ergänzend stehen 31 Wasserbehälter bereit, von denen 29 im Stadtgebiet selbst liegen.
Darüber hinaus wird in die künftige Versorgungskapazität investiert: Ein Großbehälter bei Neusiedl am Steinfeld wird derzeit ausgebaut und soll zukünftig rund eine Milliarde Liter Wasser fassen können – eine Ausweitung von bisher 600.000 Kubikmetern auf künftig eine Million Kubikmeter. Zusammen mit einem neuen Wasserwerk auf der Donauinsel und dem Ausbau des Leitungsnetzes ist dies Teil der Strategie „Wiener Wasser 2050″, die eine langfristig gesicherte Versorgung gewährleisten soll.
Ungeachtet der stabilen Versorgungslage ruft die Stadt die Bevölkerung dazu auf, verantwortungsvoll mit Trinkwasser umzugehen. Jede und jeder könne einen Beitrag zum Schutz dieser wertvollen Ressource leisten. Die Stadt Wien selbst leitet vorsorglich Maßnahmen ein, um den Wasserverbrauch zu senken – dazu zählt unter anderem eine reduzierte Bewässerung von Grünflächen.
Stabile Stromversorgung
Auch die Stromversorgung läuft derzeit störungsfrei. Wien Energie setzt in den Sommermonaten verstärkt auf Energie aus Sonne, Wind und Wasser. Nach Angaben des Unternehmens werden aktuell Rekordwerte bei der Erzeugung aus erneuerbaren Quellen verzeichnet.
Obwohl hohe Wassertemperaturen die Leistungsfähigkeit thermischer Kraftwerke einschränken können, sei die Versorgung dank eines breit aufgestellten Kraftwerksparks gesichert. Laufende Wartungsarbeiten werden zudem so koordiniert, dass die Netzstabilität jederzeit gewährleistet bleibt.
Vereinzelte lokale Stromausfälle sind im Sommer keine Seltenheit – sie entstehen meist durch Baustellentätigkeiten, in Einzelfällen aber auch durch Hitze und ausgetrocknete Böden. Im langjährigen Vergleich hat sich die Gesamtzahl der Ausfälle trotz zunehmender Hitzewellen kaum verändert.
Wien Energie zufolge verfügt die Bundeshauptstadt nach wie vor über eines der zuverlässigsten Stromnetze in ganz Europa.