Wiens Straßen werden smarter: Rollende Kennzeichenscanner sind bereits im Testeinsatz – mit beachtlichen Ergebnissen.
Seit Beginn des Jänners ist eines von insgesamt vier neuen Scan Cars probeweise im Wiener Straßenverkehr unterwegs. Nach rund 220 absolvierten Testkilometern zieht die Stadt eine erste positive Zwischenbilanz. Die Fahrzeuge verfügen über spezielle Sensoren zur automatisierten Kennzeichenerfassung und sollen künftig vorrangig in den äußeren Bezirken eingesetzt werden. Dort ist geplant, die Kontrolle der Parkometerabgabe zu erleichtern und das Personal der Parkraumüberwachung zu entlasten.
Die bisherigen Testfahrten führten durch Wien-Favoriten, Wien-Simmering, Wien-Döbling, Wien-Floridsdorf und Wien-Donaustadt. Besonders die Erkennungsleistung der Technologie überzeugte: In mehr als 90 Prozent der Fälle wurden Kennzeichen korrekt erfasst. Begleitend zu den Testfahrten wurde die Technik schrittweise verfeinert – unter anderem wurden die Kameraausrichtung bei wechselnden Lichtverhältnissen sowie die Positionsbestimmung auf Basis städtischer Stellplatzdaten verbessert.
Neue Entwicklungsphase
Ab Mitte September tritt das Projekt in eine neue Entwicklungsphase. Erstmals wird das Scan Car dann mit den produktiven Systemen der Stadt verknüpft – darunter auch mit der Datenbank für das Parkpickerl. Im Rahmen einer Echtzeit-Simulation soll geprüft werden, ob das Gesamtsystem störungsfrei arbeitet. Parallel dazu werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 67 geschult. Derzeit sind in Wien rund 650 Parkraumüberwachungsorgane im Einsatz.
Insgesamt vier Scan Cars sollen künftig in den weitläufigen Teilen von zwölf Wiener Bezirken – konkret in den Bezirken 10, 11, 13 bis 19 sowie 21 bis 23 – eingesetzt werden. Der reguläre Betrieb ist für Ende 2026 vorgesehen. Das technische Prinzip dahinter: Eine auf dem Dach des Elektrofahrzeugs montierte Kamera erfasst die Kennzeichen parkender Fahrzeuge und gleicht sie automatisch mit den vorhandenen Daten ab. Ergibt sich dabei ein möglicher Verstoß, wird ein Hinweis generiert – die abschließende Entscheidung trifft jedoch weiterhin ein Mitarbeiter der Parkraumüberwachung vor Ort.
Die Stadt Wien veranschlagt für das Scan-Car-Projekt Gesamtkosten von rund 1,14 bis 1,15 Millionen Euro, zuzüglich der Anschaffungskosten für vier Elektrofahrzeuge von jeweils rund 40.000 Euro.
Datenschutz & Entlastung
Die erfassten Daten werden laut Angaben der Stadt nicht gespeichert, womit die digitale Kontrolle datenschutzkonform ablaufen soll. Für das eingesetzte Personal bringt das Scan Car vor allem eine praktische Erleichterung: Anstatt bei Regen, Wind oder sommerlicher Hitze ausgedehnte Kontrollgänge durch die Bezirke zu absolvieren, können Teile der Überwachung künftig aus dem wettergeschützten Fahrzeug heraus erledigt werden.
„Mit dem Scan Cars steigern wir die Effizienz der Parkraumüberwachung in Wien massiv. Gleichzeitig ist es mir ein persönliches Anliegen, dass unsere Mitarbeiter*innen bei ihrer herausfordernden Arbeit im Außendienst bestmöglich unterstützt und entlastet werden“, erklärt Michelle Krumpschmid, Leiterin der MA 67.