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Handelsgespräche

Zoll-Poker mit Trump: EU kämpft gegen tickende Uhr

Zoll-Poker mit Trump: EU kämpft gegen tickende Uhr
Ursula von der Leyen. (FOTO: EPA-EFE/OLIVIER HOSLET)
2 Min. Lesezeit |

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Sonntag ein „gutes Gespräch“ mit US-Präsident Donald Trump über Handelsthemen geführt. Zeitgleich kündigte Washington an, die Frist für Länder, die universelle Zölle vermeiden wollen, bis August zu verlängern.

Die Trump-Administration teilte mit, dass sie den Stichtag für die Einführung umfassender Zölle vom 9. Juli auf den 1. August verschieben wird. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass für Länder, die bis dahin keine neuen Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten abschließen, die Zölle auf das Niveau vom 2. April zurückgesetzt werden.

Kommission im Endspurt

Die Europäische Kommission arbeitet dennoch mit Hochdruck daran, die ursprünglich von Trump gesetzte Frist einzuhalten. „Wir bemühen uns, bis zum 9. Juli zumindest eine grundsätzliche Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten zu erreichen“, erläuterte Olof Gil, Kommissionssprecher für Handel, beim täglichen Pressebriefing. Die Verhandlungen seien laut Gil in die „Anfangsphase des Endspurts“ eingetreten.

„Wir konzentrieren uns voll darauf, bis Mittwoch eine grundsätzliche Einigung zu erzielen“, betonte der Sprecher. Kommissionssprecher Stefan de Kersmaker bestätigte beim heutigen Briefing das Telefonat zwischen von der Leyen und Trump, bei dem sie einen guten Meinungsaustausch hatten.

Zu weiteren Details des Gesprächs wollte er sich jedoch nicht äußern.

Brisante Verhandlungsthemen

Im Zentrum der Verhandlungen stehen insbesondere Zölle auf Industrieprodukte, Stahl und Aluminium sowie auf Automobile und deren Zulieferteile. Die USA hatten zuletzt mit einer Verdopplung der Zölle auf EU-Importe gedroht, was europäische Unternehmen hart treffen würde. Die EU ihrerseits erwägt Gegenmaßnahmen, die amerikanische Industrieprodukte und digitale Dienstleistungen betreffen könnten.

Die angekündigten US-Zölle von bis zu 50 Prozent auf europäische Exporte haben bereits jetzt zu erheblichen Kursschwankungen an den europäischen Börsen geführt. Besonders betroffen wären bei einer Umsetzung die europäische Automobil-, Stahl- und Aluminiumbranche. Marktanalysten warnen vor einer Eskalation des Handelskonflikts, der die ohnehin angespannten Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und der EU weiter belasten könnte.

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KO KOSMO-Redaktion
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