Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Autonomie

Zurück in die EU? Historisches Abkommen zwischen Schottland, Wales und Nordirland

Zurück in die EU? Historisches Abkommen zwischen Schottland, Wales und Nordirland
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Drei Landesteile, ein Abkommen – und ein US-Präsident, der Öl ins Feuer gießt. Das Vereinigte Königreich steht unter Druck.

Schottland, Wales und Nordirland stehen vor einem historischen Schritt: Die Regierungschefs der drei Landesteile wollen noch am Montag in Cardiff ein gemeinsames Abkommen unterzeichnen, das mehr Autonomie einfordert und den Weg in Richtung Unabhängigkeit öffnet. Schottlands Erster Minister John Swinney tritt dabei als treibende Kraft auf – und auch aus den Vereinigten Staaten kommt Rückenwind für die Bewegung.

Historisches Abkommen

Am Montag wollen die pro-unabhängigen Regierungschefs von Schottland, Wales und Nordirland in Cardiff jenes gemeinsame Abkommen für mehr Selbstbestimmung unterzeichnen, das die politische Landschaft des Vereinigten Königreichs grundlegend verändern könnte. Swinney betonte, das Vorhaben sei als klare Absage an den bestehenden Status quo zu verstehen. „Zum ersten Mal überhaupt werden Schottland, Wales und Nordirland von pro-unabhängigen Premierministern geführt“, erklärte er.

Die drei Landesteile wollen nicht nur bei Wirtschaft, Energie und anderen gemeinsamen Themen enger zusammenarbeiten. Gleichzeitig richten sie ihren Blick stärker nach Europa. Ein unabhängiges Schottland oder Wales könnte langfristig eine EU-Mitgliedschaft anstreben. In Nordirland steht hingegen eine mögliche Vereinigung mit der Republik Irland im Raum, über die im Rahmen eines Referendums entschieden werden könnte.

Das Vereinigte Königreich setzt sich aus vier Landesteilen zusammen, deren gemeinsame Geschichte bis ins Jahr 1707 zurückreicht – jenem Jahr, in dem sich England und Schottland zu Großbritannien vereinten. Unabhängigkeitsbestrebungen in den einzelnen Regionen sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil des politischen Diskurses. Zuletzt haben sie jedoch durch aktuelle politische Entwicklungen und die Aufmerksamkeit prominenter Unterstützer wie Donald Trump neuen Auftrieb erhalten.

Trumps Rückenwind

Premierminister Andy Burnham reagierte mit deutlicher Zurückhaltung auf die Entwicklungen. „Es gibt keinen Konsens für ein Unabhängigkeitsreferendum in Schottland“, stellte er klar. Ungeachtet dessen hält die schottische Führung an ihrem Kurs fest – Swinney bezeichnete den Drang nach Autonomie als „unbestreitbar“.

Zusätzliche Dynamik brachte Donald Trump in die Debatte, der während eines Irland-Besuchs seine Sympathie für ein vereintes Irland zum Ausdruck brachte. „So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Es kann genauso gut jetzt passieren“, sagte Trump.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen