10 Jahre KOSMO: Wieso unser Mut doch nicht wahnsinnig war

JUBILÄUM

10 Jahre KOSMO: Wieso unser Mut doch nicht wahnsinnig war

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KOSMO, 10-jähriges Jubiläum
KOSMO, 10-jähriges Jubiläum (FOTO: KOSMO, Amel Topčagić)

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums unseres Daseins in der österreichischen Medienlandschaft äußerten sich zwei KOSMO-Pioniere der ersten Stunde. Wir übermitteln euch ihre Worte!

Wahnsinniger Mut, und doch kein bisschen wahnsinnig

Dejan Sudar, Herausgeber

Dejan Sudar, Herausgeber
Dejan Sudar, Herausgeber (FOTO: Amel Topčagić)

Liebe Leserinnen und Leser,

in Ihren Händen halten Sie die 100. Ausgabe Ihres und unseres KOSMO.

Ich persönlich mag kein pathetisches Eigenlob und wünsche mir auch keine übertriebenen Lobhudeleien anderer. Denn im Grunde weiß ich, dass uns die begründete, konstruktive Kritik, das professionelle Verantwortungsgefühl und der unermüdliche Hunger unseres ganzen Teams weiter zu diesem 10. Geburtstage geführt haben als Lobeshymnen. Dennoch muss man eines ohne falsche Bescheidenheit betonen: Wir hatten das gewisse Etwas, und dieses Etwas war von Beginn an genau das, Mut und Glaube.

Zu diesem Schluss bin ich gekommen, als ich kürzlich über die Zeit vor und nach dem März 2009 nachgedacht habe, als die erste KOSMO-Ausgabe auf den Markt kam. Als ich die Idee hatte, dass wir selber als Gemeinschaft einen Medienraum schaffen sollten und unsere eigene Zeitschrift gründen sollten, die unsere Stimme und unsere Brücke in unsere neue Heimat Österreich sein sollte, winkten viele ab und wollten uns im Vorhinein entmutigen, weil sie meinten, dass es auf dem Medienmarkt keinen Platz für KOSMO gäbe, dass unsere Gemeinschaften für ein gemeinsames Medienprojekt zu gespalten seien und dass wir auf längere Sicht nur schwer überleben könnten….

In diesen ganzen zehn Jahren haben wir, getragen von unserem Mut und unserem Glauben, aber auch von der Erkenntnis, dass wir über unser Medium viel für unsere Gemeinschaft tun konnten, genau das Gegenteil bewiesen. Vor zehn Jahren mit dem Ziel gegründet, den Menschen mit Wurzeln in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien in ihrer Muttersprache viele interessante Beiträge zu bieten, wird KOSMO heute von über einer halben Million Lesern gelesen, unter denen sich dank unseres immer stärkeren und frequentierteren Web-Portals www.kosmo.at auch immer mehr einheimische Österreicher befinden. Neben unserer medialen Rolle sollte man auch die Services nicht vergessen, die wir bieten: Wir haben uns immer bemüht, unseren Landsleuten korrekte Informationen über die österreichische Rechtsordnung, die Gesetze auf dem Arbeitsmarkt etc. zu bieten und so die brennenden Fragen aufzugreifen, die sie aus persönlichem Interesse beschäftigten.

Die richtigen Informationen sind und waren der halbe Weg zum Erfolg, und genau auf dem Weg wollen wir auch in den kommenden 10 Jahren voranschreiten: stark und einig darin, dass wir unserem Publikum vor allem aufgrund dieser korrekten Informationen von Nutzen sind, dass wir aber gleichzeitig auf diesem Wege auch eine Brücke zwischen den Menschen und Kulturen schaffen. Es freut mich besonders, dass wir entgegen den Trends im Journalismus immer häufiger Grund haben, positive Geschichten zu schreiben. Über die Erfolge unserer Landsleute, über ihre Unternehmen, Talente und Aufstiege – vom Bauarbeiter über den Fußballspieler, den Architekten und den Friseur bis hin zu den Gastarbeiterkindern, die sich jetzt an Fakultäten einschreiben und Managerfunktionen übernehmen.

Als wir ihn gründeten, haben wir nicht nur an KOSMO als Zeitschrift, sondern noch stärker an unsere Landsleute geglaubt – trotz oder gerade wegen all der Prognosen, dass wir untergehen würden, weil wir als Ethno-Medium keine „nationale“ Sicht unterstützten und nicht ausschließlich für diese oder jene Gruppe schrieben, sondern für alle unsere Landsleute aus allen Gemeinschaften, unabhängig von ihrer nationalen, religiösen oder sonstigen Zugehörigkeit. Gemeinsam sind und waren wir stärker. Und wir werden noch stärker – nämlich in den kommenden 10 Jahren. Natürlich mit Ihnen – eh klar!

Was der Co-Herasugeber und Chefredakteur unseren Lesern ausrichtete, könnt ihr auf der nächsten Seite lesen…