Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Förderstopp

100-Euro-Fördertopf leer: Wien stoppt beliebte Reparatur-Aktion

100-Euro-Fördertopf leer: Wien stoppt beliebte Reparatur-Aktion
(Foto: iStockphoto)
2 Min. Lesezeit |

Beliebte Förderung auf Pause: Der Wiener Reparaturbon ist Opfer seines eigenen Erfolgs geworden. Nach über 55.000 geretteten Gegenständen ist der Fördertopf leer.

Die Wiener Reparaturbon-Aktion ist vorübergehend ausgeschöpft. Das seit 2. April laufende Förderprogramm, bei dem die Hälfte der Reparaturkosten bis maximal 100 Euro zurückerstattet wird und selbst Kostenvoranschläge mit bis zu 55 Euro bezuschusst werden, musste vorerst eingestellt werden. Der von Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) bereitgestellte Fördertopf von 300.000 Euro ist vollständig aufgebraucht. Auf der offiziellen Webseite der Stadt Wien findet sich nun der Hinweis: „Es wurden 2025 bereits alle Wiener Reparaturbons ausgegeben.“ Seit Programmstart wurden insgesamt 55.794 Gegenstände repariert statt entsorgt.

Besonders bemerkenswert: Der Wiener Reparaturbon galt 2025 ausschließlich für Alltagsgegenstände wie Möbel, Kleidung oder Musikinstrumente. Elektrogeräte und Fahrräder wurden bewusst ausgenommen, da diese durch den bundesweiten Reparaturbonus abgedeckt waren. Diese Fokussierung machte den städtischen Bon zu einer einzigartigen Ergänzung des nationalen Programms.

Die Erfolgsgeschichte des Wiener Reparaturbons soll jedoch weitergehen. Das 2020 initiierte Programm erfreut sich anhaltender Beliebtheit bei den Wienern. Die Stadtverwaltung hat bereits angekündigt: „Den Wiener Reparaturbon wird es im Laufe des Jahres 2026 wieder geben.“ Ein konkreter Zeitpunkt für den Neustart steht allerdings noch nicht fest. Für die gesamte Programmlaufzeit bis 2027 stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Bundesweiter Förderstopp

Auch auf nationaler Ebene gibt es Einschränkungen. Der bundesweite Reparaturbonus wurde bereits im Mai dieses Jahres ausgesetzt. Diese Förderung unterstützte Reparaturen von Elektrogeräten und Fahrrädern mit bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal jedoch 200 Euro, inklusive Wartungsarbeiten. Etwa 1,7 Millionen Mal nutzten Österreicher diese Möglichkeit, um defekte Geräte instand setzen zu lassen anstatt sie zu ersetzen.

Zukunft gesichert

Auch beim Bundesprogramm handelt es sich nur um eine zeitweilige Unterbrechung. Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP) versicherte: „Der aktuelle Förderstopp bedeutet keinesfalls das Ende des Reparaturbonus. Reparaturen sind ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft (nachhaltiges Wirtschaftsmodell) und stärken unsere regionalen Wertschöpfungsketten. Deshalb habe ich mich mit Nachdruck in den Budgetverhandlungen für die Fortführung dieser beliebten Förderaktion eingesetzt. Nun wird das Programm evaluiert, damit die zur Verfügung stehenden Mittel künftig noch gezielter und effizienter eingesetzt werden können.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen