Dramatische Stunden im Hochgebirge: Ein erfahrener Alpinist aus der Steiermark kehrte von seiner Bergtour nicht zurück. Die aufwendige Suchaktion endete mit einer traurigen Entdeckung.
Ein tödliches Ende nahm am Sonntag die Bergtour eines 52-jährigen Mannes aus dem steirischen Bezirk Weiz. Der Alpinist stürzte im Gebiet des Hochtors etwa 100 Meter in eine Felsspalte und konnte nur noch tot geborgen werden.
Als der erfahrene Bergsteiger am späten Sonntagabend nicht nach Hause zurückkehrte, setzte seine besorgte Ehefrau einen Notruf ab. Umgehend rückten Einsatzkräfte der Bergrettung und Polizei aus. Zur Unterstützung der Suchaktion wurden mehrere Hubschrauber angefordert.
Schwierige Suche
Die Rettungsmaßnahmen gestalteten sich äußerst schwierig. In Admont richteten die Einsatzkräfte eine Koordinationszentrale ein, von wo aus die Suche geleitet wurde. Weder eine Handyortung noch andere Suchmaßnahmen führten zunächst zum Erfolg.
Nach stundenlanger Suche bei Nacht und widrigen Bedingungen mussten die Einsatzkräfte ihre Bemühungen gegen 5 Uhr morgens vorübergehend einstellen.
Tragischer Fund
Mit Tagesanbruch nahmen die Rettungsteams ihre Arbeit wieder auf. Der Durchbruch kam um 8.58 Uhr, als die Besatzung des Rettungshubschraubers C17 den Vermissten im unwegsamen Gelände am Rossschweif nahe dem Hochtor entdeckte.
Der Verunglückte lag in rund 2000 Metern Seehöhe in einer Felsspalte. Nach ersten Erkenntnissen dürfte der Mann beim Abstieg verunglückt sein.
Der Leichnam wurde anschließend vom Polizeihubschrauber „Libelle Steiermark“ geborgen.
📍 Ort des Geschehens
Alarmierende Unfallzahlen in Österreichs Bergen
Der tragische Vorfall im Gesäuse reiht sich in die alarmierenden Statistiken ein. Laut aktuellen Daten des Kuratoriums für Alpine Sicherheit wurden in Österreich bis Mitte Juni 2024 bereits mehr als 60 Todesopfer bei Bergunfällen verzeichnet. Ein Großteil davon geht auf Abstürze beim Wandern oder Bergsteigen zurück – ähnlich wie im Fall des verunglückten Steirers.
Experten der Bergrettung weisen in diesem Zusammenhang auf entscheidende Präventionsmaßnahmen hin. Eine sorgfältige Tourenplanung, das Beachten aktueller Wetterwarnungen sowie ausreichende Notfallausrüstung könnten viele Unfälle verhindern. Besonders wichtig sei zudem eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.