Start NEWS POLITIK 25 Jahre Dayton: Das hat Joe Biden mit Bosnien-Herzegowina vor
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25 Jahre Dayton: Das hat Joe Biden mit Bosnien-Herzegowina vor

(FOTOS: Facebook/@joebiden, iStockphoto)

Anlässlich des 25. Jahrestages des Daytoner-Friedensabkommens äußerte der neugewählte amerikanische Präsident Joe Biden seine Bestrebungen, sich wieder mehr dem Balkanstaat Bosnien und Herzegowina zuzuwenden.

Am 14. Dezember 1995 wurde im amerikanischen Dayton (Ohio) unter der Vermittlung der USA und der Europäischen Union ein Friedensvertrag zwischen Kroatien, Serbien und Bosnien und Herzegowina geschlossen, das Daytoner-Friedensabkommen. Anlässlich des 25. Jahrestages am Montag äußerte sich auch der neugewählte amerikanische Präsident und bekannter Balkan-Experte, Joe Biden, erfreut über das damalige Abkommen:

„Heute schließe ich mich der internationalen Gemeinschaft und den Menschen in Bosnien und Herzegowina anlässlich des 25. Jahrestages des Dayton-Abkommens an, das den schlimmsten Konflikt auf dem europäischen Kontinent seit dem Zweiten Weltkrieg beendet hat. An diesem Tag feiern wir die Bemühungen der Friedensstifter, auch wenn wir um den Verlust von ungefähr 100.000 Menschenleben und die Vertreibung von weiteren Millionen trauern.“

Doch das Dayton-Abkommen wird seit jeher nicht nur positiv betrachtet: Zwar wurden die blutigen Kriegsgeschehen in Bosnien-Herzegowina damals beendet, gleichzeitig hat es dazu geführt, dass das Land in Entitäten aufgeteilt wird: die Föderation Bosnien-Herzegowina (51 Prozent des Territoriums), die Serbische Republik (49 Prozent) und den Distrikt Brčko. Diese ethnische Spaltung sieht auch US-Präsident Biden kritisch:

„Das Dayton-Abkommen brachte Bosnien und Herzegowina Frieden und bekräftigte seine Souveränität, territoriale Integrität und Unabhängigkeit. Ein Vierteljahrhundert später ist jedoch klar, dass die Arbeit zur Förderung von Gerechtigkeit, Versöhnung und einem funktionierenden, multiethnischen Bosnien und Herzegowina noch unvollständig ist“, so Biden.

Er sieht die Aufgabe nun darin, das Jubiläum als Anlass für eine bessere Zukunft zu nehmen: „Zu oft haben wir gesehen, wie der Nationalismus das nationale Interesse und die Bereicherung einiger weniger vor Reformen zum Wohle der Vielen überwunden hat. Dieses Jubiläum ist eine Gelegenheit für alle Parteien, über die Möglichkeit einer besseren Zukunft nachzudenken und sich erneut für die schwierigen, aber notwendigen Schritte zum Aufbau eines voll funktionsfähigen Bosnien und Herzegowina für alle Bürger zu engagieren.“

Als neuer amerikanischer Präsident möchte Biden nun auch in seiner Politik einen stärkeren Fokus auf den Balkan und insbesondere Bosnien-Herzegowina setzen: „Als Präsident freue ich mich darauf, mit der internationalen Gemeinschaft und den Menschen in Bosnien und Herzegowina zusammenzuarbeiten, um endlich das in den Dayton-Abkommen enthaltene Versprechen zu erreichen – ein prosperierendes, gerechtes und demokratisches Bosnien und Herzegowina im Herzen eines ganzheitlichen Europas, frei, und in Frieden.“

Quellen und Links: