Die britische TikTok-Influencerin Brittany Miller, die mehr als drei Millionen Follower auf der Video-Plattform versammelt, steht im Zentrum eines Skandals, nachdem sie öffentlich zugegeben hat, eine schwere Krebserkrankung vorgetäuscht zu haben. Britische Medien berichten, dass Miler bereits 2017 behauptete, an Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadium zu leiden.
Die Täuschung ging so weit, dass eine Freundin sogar eine Spendenkampagne ins Leben rief, um Geld für die angeblich notwendige Behandlung zu sammeln. Die Wahrheit kam jedoch ans Licht: 2020 wurde die Influencerin wegen Betrugs verurteilt und erhielt eine zwölfmonatige Bewährungsstrafe sowie die Auflage, Schadenersatz zu leisten.
In einem tränenreichen Video auf TikTok versuchte Miler nun, ihr damaliges Verhalten zu erklären. „Ich hatte keine bösen Absichten und habe keinen einzigen Penny von der Spendenseite genommen“, beteuerte sie schluchzend. „Mein Leben war damals ein Trümmerhaufen – ich war depressiv, verwirrt, hatte meinen Job und meinen Partner verloren. Es ging mir nicht darum, jemanden zu betrügen, sondern Menschen in meiner Nähe zu halten.“ Die Influencerin beschrieb ihren damaligen Zustand als von schweren Depressionen und Selbstmordgedanken geprägt.
„Ich habe aus diesem Fehler viel gelernt und mir selbst vergeben, weil ich weiß, dass es mir damals nicht gut ging. Es war keine langfristig geplante Betrugsaktion, sondern die verzweifelte Handlung einer Person, die mit sich selbst kämpfte.“
Widersprüchliche Darstellungen
Eine ehemalige Freundin der TikTokerin zeichnet jedoch ein anderes Bild. Sie berichtete Medienvertretern, dass Miler damals aktiv Freunde gebeten hatte, die Spendenseite zu teilen, und die gesamte Inszenierung äußerst überzeugend wirkte. „Viele ihrer heutigen Follower glauben, sie sei ein wundervoller Mensch, und wissen nichts von ihrer Krebslüge. Das ist wirklich erschreckend. Unter ihren Fans sind Menschen, deren Angehörige tatsächlich gegen Krebs kämpfen – und sie unterstützen unwissentlich jemanden, der über eine so schwerwiegende Krankheit gelogen hat.“
@brittanyhmiller ♬ original sound – Brittany
⇢ TikTok-Influencerin öffentlich exekutiert
Trotz Milers Erklärungsversuch reagierte die Öffentlichkeit mit Empörung. In den sozialen Netzwerken häufen sich verurteilende Kommentare. Der Tenor: Für das Vortäuschen einer lebensbedrohlichen Erkrankung gebe es keine Rechtfertigung – besonders angesichts der vielen Menschen, die täglich mit echten Krebsdiagnosen konfrontiert sind. Beobachter berichten zudem, dass die Influencerin versucht haben soll, kritische Kommentare unter ihren Beiträgen systematisch zu löschen.
Weitere Vorwürfe
In jüngster Zeit sieht sich Miler mit weiteren schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Wie sie selbst berichtet, wurde sie anonym wegen Kindesmissbrauchs gemeldet – eine Anschuldigung, die nach einer Überprüfung angeblich sofort fallen gelassen wurde. „Die Grausamkeit mancher Menschen ist unfassbar. Kritisiert mich meinetwegen, aber lasst meine Kinder in Ruhe. Sie sind unschuldig, glücklich und gesund“, verteidigte sich die TikTokerin in einem weiteren Video.
Der Fall hat eine intensive öffentliche Debatte ausgelöst, die grundsätzliche Fragen aufwirft: Wie weit gehen Influencer heute für Aufmerksamkeit und Popularität? Das Vortäuschen einer Krebserkrankung erschüttert nicht nur das Vertrauen der Follower, sondern wird von vielen als Verhöhnung jener Menschen empfunden, die tatsächlich gegen diese schwere Krankheit ankämpfen.
Obwohl Brittany Miller heute Reue zeigt und beteuert, sie sei „ein anderer Mensch“ geworden, sind viele überzeugt: Für diese Art von Täuschung gibt es keine einfache Entschuldigung.