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Terrorakt

TikTok-Influencerin öffentlich exekutiert

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Foto: Screenshot @marimacisse57 / via TikTok

Erst teilte sie Videos zur Unterstützung des Militärs, dann wurde sie entführt und öffentlich hingerichtet. Das Schicksal einer TikTokerin erschüttert Mali.

Die TikTokerin Mariame Cissé aus Mali, die für ihre militärunterstützenden Inhalte bekannt war, wurde nach Angaben der Associated Press entführt und öffentlich hingerichtet. Mit mehr als 162.000 Followern hatte sie regelmäßig Videos veröffentlicht, in denen sie das malische Militär unterstützte.

Der Bürgermeister von Timbuktu, Yehia Tandina, bestätigte den gewaltsamen Tod der jungen Frau. “Mariame Cissé wurde am Freitag von bewaffneten Männern vom Wochenmarkt in Echel entführt. Am darauffolgenden Tag brachten dieselben Täter sie zum Unabhängigkeitsplatz in Tonka und vollstreckten die Hinrichtung vor versammelter Menge”, erklärte Tandina. Weitere Details zu den Umständen ihres Todes konnte der Kommunalpolitiker nicht nennen.

Morddrohungen vorangegangen

Obwohl Cissé in ihren Beiträgen häufig Militärkleidung trug, gehörte sie selbst nicht den Streitkräften an. Experten vermuten, dass genau diese pro-militärischen Inhalte die Aufmerksamkeit der bewaffneten Gruppe auf sie lenkten. Vor ihrer Entführung soll die Content-Erstellerin bereits Morddrohungen erhalten haben.

@marimacisse57

Bislang hat sich keine Organisation zu der Tat bekannt. Die AP berichtet jedoch, dass in der Region Tonka Mitglieder der Al-Qaida-nahen Gruppierung Jama’at Nusrat ul-Islam wa al-Muslimin (JNIM) aktiv sind. Diese 2017 in Mali gegründete Organisation hat sich nach Informationen von BBC News innerhalb weniger Jahre zu einer der gefährlichsten dschihadistischen Vereinigungen Afrikas entwickelt.

Malis Sicherheitskrise

Mali befindet sich laut CBS News bereits seit 2012 im Kampf gegen verschiedene bewaffnete Gruppen. Das Militär übernahm 2020 unter dem Vorwand, die Sicherheitslage verbessern zu wollen, die Kontrolle im Land. Unabhängige Beobachtungsorganisationen stellen jedoch fest, dass sich die Sicherheitssituation seitdem weiter verschlechtert hat.

@marimacisse57