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Campusprojekt

300-Millionen-Traum: Sarajevo baut seinen Campus der Zukunft

300-Millionen-Traum: Sarajevo baut seinen Campus der Zukunft
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Sarajevo plant seinen größten Hochschulumbau aller Zeiten – fast 300 Millionen Euro, ein neuer Park und ein Stadtquartier für die Wissenschaft.

Sarajevo steht vor einer der größten Infrastrukturinvestitionen in der Geschichte seiner Universität: Ein neuer Campus soll bis 2037 entstehen – mit einem Gesamtvolumen von 293,5 Millionen Euro. Die Kantonsregierung Sarajevo hat die Machbarkeitsstudie für das Projekt der urbanen Erneuerung des Universitätscampus verabschiedet und für das öffentliche Investitionsprogramm der Föderation Bosnien und Herzegowina nominiert. Damit ist der formale Grundstein für ein Vorhaben gelegt, das die älteste und größte Hochschuleinrichtung des Landes grundlegend verändern soll.

Der künftige Campus ist nicht als abgeschlossener akademischer Rückzugsort gedacht, sondern als offener Stadtraum. Neben den Einrichtungen der Universität Sarajevo sollen dort auch die Universitätsbibliothek sowie die National- und Universitätsbibliothek von Bosnien und Herzegowina ihren Platz finden.

Grüner Stadtraum

Besonderes Gewicht legt das Konzept auf Grünflächen: Rund 60 Prozent der Gesamtfläche sollen begrünt sein. Über einen Stadtpark und einen Universitätsplatz soll der Campus zu einer zusammenhängenden grünen Einheit im Herzen Sarajevos werden. Geplant sind neben Hörsälen und Labors auch ein Konzertsaal der Musikakademie, Cafés, Restaurants sowie öffentliche Räume für Kultur, Begegnung und Erholung.

Kantonsminister Nihad Uk machte deutlich, was hinter dem Vorhaben steckt: „Mit diesem Projekt bauen wir neue Fakultäten, geben der Stadt Raum zurück, eröffnen einen neuen Park im Herzen Sarajevos und bieten Studierenden und Lehrenden Arbeits- und Lebensbedingungen, die sie lange entbehren mussten.“ Die Universität Sarajevo verdiene einen Campus, der ihrer Bedeutung gerecht werde, so Uk.

Finanzierung & Phasen

Die Finanzierung ist auf zwei Träger aufgeteilt: Zwei Drittel der Kosten soll der Kanton Sarajevo übernehmen, ein Drittel die Föderationsbehörden. Die Umsetzung ist in zwei Phasen vorgesehen. In der ersten Phase entstehen Gebäude für die Elektrotechnische, die Naturwissenschaftlich-Mathematische und die Pharmazeutische Fakultät, die Landwirtschaftlich-Ernährungswissenschaftliche Fakultät, INGEB sowie die Musikakademie.

Dass das kantonale Budget allein nicht ausreicht, betonte die Ministerin für Wissenschaft, Hochschulbildung und Jugend, Dusanka Boskovic, unmissverständlich. „Die Universität Sarajevo ist eine tragende Säule der Hochschulbildung für die gesamte Föderation – ein Drittel unserer Studierenden kommt aus anderen Kantonen. Deshalb werden wir weiter daran arbeiten, dass dieses Projekt so rasch wie möglich einen Platz im öffentlichen Investitionsprogramm der Föderation erhält“, sagte Boskovic.

Die Machbarkeitsstudie wurde vom Unternehmen ENOVA d.o.o. unter Mitwirkung der Europäischen Investitionsbank und der Französischen Entwicklungsagentur erarbeitet. Die Europäische Investitionsbank hatte bereits 2021 mit dem Kanton Sarajevo und der Universität eine Kooperationsvereinbarung zur Erstellung eines Entwicklungsplans für den Campus unterzeichnet. Die unabhängige Prüfung übernahm CETEOR d.o.o. Sarajevo, das dem Nominierungsverfahren grünes Licht gab. Den Masterplan für den Campus erstellte das Londoner Büro Ove Arup & Partners International Limited – in enger Abstimmung mit Vertreterinnen und Vertretern der Universität, der Stadt Sarajevo, der Gemeinde Novo Sarajevo und weiterer Institutionen. Den Antrag auf Nominierung stellte Rektor Prof. Dr. Tarik Zaimovic, nachdem der Verwaltungsrat der Universität die Studie am 22. April 2026 formell angenommen hatte.

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KO KOSMO-Redaktion
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