Österreich lechzt nach Regen – und die Zahlen dahinter sind alarmierend. Ein Rekord, der seit 1850 nicht dagewesen ist.
Seit dem 23. Februar 2026 verzeichnen Wien, Niederösterreich und das Burgenland ein nahezu lückenloses Niederschlagsdefizit, wie Klimatologe Peter Müller festhält. Zwischen dem 23. Februar und dem 9. August fielen lediglich 210,9 Millimeter Regen – gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 405 Millimetern. „Das ist die niederschlagsärmste vergleichbare Periode seit zumindest 1961.“ Die bisherigen Tiefstwerte aus dem Jahr 2003 mit 265,8 Millimetern sowie aus dem Jahr 2015 mit 275 Millimetern werden damit deutlich unterboten.
Rekord seit 1850
„Die vergangenen zwölf Monate werden als die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850 in die Geschichte eingehen“, bilanzierte Klimaforscher Klaus Haslinger von der Geosphere Austria am Montag in einer Aussendung. An einzelnen Messstationen im Osten Österreichs blieb Regen wochenlang vollständig aus – eine baldige Trendwende ist derzeit nicht erkennbar.
Keine Entspannung
Zwischen dem 1. Jänner und dem 12. August 2026 wiesen 72 Prozent der österreichischen Landesfläche mehr Trockentage auf als in jedem der vergangenen 65 Jahre. Eine Entspannung der anhaltenden Dürresituation ist nach aktuellem Stand nicht abzusehen. „Das vorhandene Niederschlagsdefizit könnten selbst durchschnittliche Niederschläge nicht so schnell beheben“, erläuterte Haslinger. „Ab Oktober deuten die Langfristprognosen etwas feuchtere Witterung an, allerdings sind Prognosen im Alpenraum grundsätzlich sehr unsicher, wenn es über einen Vorhersagehorizont von einem Monat hinausgeht.“
Milliardenschaden in der Landwirtschaft
Die extremen Wetterbedingungen hinterlassen massive wirtschaftliche Spuren: Die Österreichische Hagelversicherung und das Landwirtschaftsministerium beziffern die durch die Dürre 2026 verursachten Schäden in der österreichischen Landwirtschaft aktuell auf rund 1 Milliarde Euro. Laut Schadensbilanz der Österreichischen Hagelversicherung liegt der durchschnittliche Ertragsausfall über alle landwirtschaftlichen Kulturen hinweg bei etwa 30 Prozent.