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Ausbeutung

9 Euro Stundenlohn und keine Pausen: Temu-Skandal erschüttert Wien

9 Euro Stundenlohn und keine Pausen: Temu-Skandal erschüttert Wien
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Hinter den Kulissen des Billig-Onlinehändlers Temu offenbart sich ein System der Ausbeutung. Eine Razzia in Wien-Floridsdorf bringt nun die dunkle Seite der Logistikkette ans Licht.

Bei einer Razzia der Finanzpolizei wurden in einem Lager eines Temu-Logistikpartners gravierende Verstöße gegen arbeits- und sozialrechtliche Bestimmungen aufgedeckt. Mitarbeiter schildern dort mangelhafte Arbeitsbedingungen und systematische Ausbeutung. Wie der „Standard“ recherchierte, steht das Unternehmen Clevy Ltd, das für den Billig-Onlinehändler Temu (chinesische Shopping-Plattform) logistische Dienstleistungen erbringt, im Fokus der behördlichen Ermittlungen. In einer Lagerhalle in Wien-Floridsdorf soll die Firma Personen ohne gültige österreichische Aufenthaltsgenehmigung beschäftigt haben. Die Mehrheit der dort tätigen Arbeitskräfte gab an, auf freiberuflicher Basis zu arbeiten – eine Konstellation, die Behörden als verdecktes Angestelltenverhältnis einstufen.

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Die Finanzpolizei traf bei ihrer August-Kontrolle insgesamt 14 Mitarbeiter an. Drei davon waren direkt bei Clevy Ltd angestellt, wobei für eine Person keine ordnungsgemäße Sozialversicherung bestand. Die übrigen elf Lagermitarbeiter waren über ein Subunternehmen tätig. Lediglich zwei dieser Personen waren korrekt zur Sozialversicherung angemeldet. Der Überprüfung ging eine Anzeige der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) voraus.

Behördliche Maßnahmen

Weil die Beschäftigten nur über Aufenthaltsgenehmigungen anderer EU-Länder verfügten, wurde auch die Exekutive hinzugezogen. Neben ausländerrechtlichen Maßnahmen stellte die Finanzpolizei Strafanträge nach dem Sozialversicherungsgesetz gegen Clevy Ltd sowie gegen das Subunternehmen Wherhouse Eleni GmbH. Letzteres muss sich zusätzlich wegen Verstößen gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz verantworten.

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Prekäre Arbeitsbedingungen

Das Arbeitsinspektorat dokumentierte bei einer separaten Überprüfung im Sommer zahlreiche Verletzungen von Arbeitsschutzvorschriften. Betroffene berichteten dem Standard von bis zu zehnstündigen Arbeitstagen in der Lagerhalle, oft ohne Pausen. Für das Sortieren und Verpacken von Temu-Retouren erhielten sie demnach einen Stundenlohn von neun bis zehn Euro.

Das Unternehmen Clevy Ltd ist in Farnham registriert und unterhält Holdinggesellschaften auf den Cayman Islands sowie in Hongkong.

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KO KOSMO-Redaktion
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