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Täterwissen

Einbrecher packen aus: Diese Fehler machen Ihre Wohnung zum Ziel

Einbrecher packen aus: Diese Fehler machen Ihre Wohnung zum Ziel
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Vom Täter lernen: Österreichs Experten befragten inhaftierte Einbrecher, um Schwachstellen in der Wohnsicherheit aufzudecken. Die Ergebnisse überraschen.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat eine ungewöhnliche Forschungsmethode gewählt, um wirksame Strategien gegen Einbruchsdiebstähle zu entwickeln. In sieben österreichischen Justizanstalten wurden inhaftierte Einbrecher zu ihren Vorgehensweisen befragt. Die am Dienstag vorgestellte Studie entstand in Kooperation mit dem Institut für Konfliktforschung. Kriminalsoziologe Günter Stummvoll erläuterte, dass insgesamt 35 verurteilte Einbrecher auf freiwilliger Basis interviewt wurden. Ergänzend analysierten die Forscher Gerichtsakten und befragten Kriminalbeamte. Alle Fälle wurden anonymisiert behandelt.

Österreichweit wurden im vergangenen Jahr etwa 64.000 Einbrüche registriert, darunter 7.000 in Wohnbereichen. Armin Kaltenegger, Chefjurist des KFV, wies darauf hin, dass Einbrecher ihre Opfer in der Regel nicht gezielt nach persönlichen Kriterien auswählen. Stattdessen suchen sie systematisch nach Schwachstellen und günstigen Gelegenheiten. Eine solide Sicherung der eigenen vier Wände kann daher das Einbruchsrisiko deutlich senken.

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Typische Täterprofile

Die Befragungen identifizierten drei charakteristische Tätergruppen: professionell agierende Einbrecher, Gelegenheitstäter mit finanziellen Problemen sowie Milieutäter. Gruppenübergreifend zeigte sich, dass bevorzugt Gebäude mit geringem mechanischem Widerstand ausgewählt werden. Besonders anfällig sind Altbauten mit veralteten Schließsystemen, zweiflügeligen Türen und ungesicherten Fenstern. Repräsentative Villen und moderne Neubauten verfügen hingegen häufig über bessere Sicherheitsvorkehrungen.

Die meisten Einbrüche finden vormittags statt, wenn viele Wohnungen leer stehen. Täter überprüfen dies durch Klopfen oder Klingeln. Die früher gebräuchlichen Gaunerzinken (geheime Zeichen) haben ausgedient – heute tauschen Einbrechergruppen ihre Informationen digital aus. Potenzielle Objekte werden teilweise tagelang observiert. Viele Täter eignen sich ihre Fähigkeiten zum Öffnen von Schlössern durch YouTube-Anleitungen an. Als Beute bevorzugen sie Bargeld, Schmuck und kompakte Elektronikgeräte.

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Effektive Schutzmaßnahmen

Aus den Täterinterviews leitete das KFV konkrete Schutzmaßnahmen ab: Beim Verlassen der Wohnung sollten Fenster und Türen stets geschlossen und Türen zweifach verriegelt werden. Kellerabteile sollten verschlossen und blickgeschützt sein. Ein funktionierendes soziales Umfeld wirkt abschreckend, verdächtige Personen sollte man direkt ansprechen. Vorsicht ist auch geboten, wem man von Urlaubsplänen erzählt – selbst Reinigungspersonal könnte unbeabsichtigt wertvolle Informationen weitergeben.

Manche Täter dringen auch in bewohnte Häuser ein. Experten raten daher, Türen nicht unbedacht zu öffnen und Alarmanlagen auch bei Anwesenheit zu aktivieren. Trifft man auf einen Einbrecher im eigenen Heim, sollte man von Konfrontationen absehen. Einbrecher werden selten gewalttätig, außer wenn sie sich bedroht fühlen.

Stattdessen empfehlen die Fachleute, sich markante Merkmale einzuprägen und dem Eindringling einen Fluchtweg offenzulassen.

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KO KOSMO-Redaktion
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