Eine Nacht, eine Explosion, ein zerstörtes Haus – und ein 93-Jähriger im Mittelpunkt der Ermittlungen.
Kurz nach Mitternacht erschütterte eine gewaltige Gasexplosion eine Kleingartensiedlung in Wien-Floridsdorf. Ein Einfamilienhaus in Großjedlersdorf wurde dabei vollständig zerstört. Die Druckwelle und umherfliegende Trümmer richteten auch an den umliegenden Wohnhäusern erhebliche Schäden an – Fassaden und Fensterscheiben hielten der Wucht des Knalls nicht stand.
Ort des Geschehens
Insgesamt wurden neun Personen verletzt. Zwei von ihnen mussten nach der Erstversorgung stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, darunter eine 25-jährige Schwangere.
Verdacht auf Vorsatz
Unter den Trümmern des völlig zerstörten Gebäudes entdeckten Rettungskräfte und Spürhunde schließlich den 93-jährigen Bewohner. Er hatte Verbrennungen zweiten Grades erlitten und wurde umgehend auf eine Intensivstation verlegt. Gegen den Mann besteht laut Polizei dringender Tatverdacht.
Polizeisprecher Philipp Haslinger erklärte: „Im Zuge des Einsatzes haben sich Erkenntnisse ergeben, dass in diesem Einfamilienhaus mutmaßlich Manipulationen an Gasleitungen vorgenommen wurden.“ Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der österreichische Staatsbürger wegen des Verdachts der vorsätzlichen Gemeingefährdung festgenommen. Er befindet sich derzeit unter polizeilicher Bewachung in einem Krankenhaus.
Ermittlungen laufen
Das vollständige Ausmaß der Schäden lässt sich bislang noch nicht beziffern. Auch das Motiv des Mannes ist nach Angaben der Polizei weiterhin ungeklärt.
Die Brandermittler des Landeskriminalamtes Wien haben die Untersuchungen inzwischen aufgenommen.