In den letzten Tagen hat das Kosovo Maßnahmen gegen serbische Bankfilialen im Norden des Landes ergriffen, deren Tätigkeiten von der Regierung in Pristina als illegal eingestuft wurden. Bei koordinierten Aktionen, unterstützt durch die Polizei, wurden sechs Filialen geschlossen und beträchtliche Geldmengen sichergestellt. Diese Entwicklungen haben international für Aufmerksamkeit und Kritik gesorgt und werfen einmal mehr ein Licht auf die angespannten Beziehungen zwischen dem Kosovo und Serbien.

Den Berichten zufolge schlossen kosovarische Finanzbeamte, unterstützt von der Polizei, sechs serbische Bankfilialen und beschlagnahmten dabei über 1,6 Millionen Euro sowie weitere Geldbeträge in verschiedenen Währungen. Diese Aktionen folgten der Entscheidung der Zentralbank des Kosovo, den Euro als einziges Zahlungsmittel im Land festzulegen und jede Transaktion in serbischen Dinaren zu untersagen. Eine Frist für die Umstellung war kürzlich abgelaufen, worauf die Behörden einschritten.
Hintergrund der Spannungen
Das Kosovo, eine mehrheitlich von Albanern bewohnte ehemalige serbische Provinz, erklärte sich 2008 für unabhängig. Während die Unabhängigkeit von über 100 Ländern, einschließlich Deutschlands, anerkannt wurde, erkennt Serbien die Unabhängigkeit nicht an und beansprucht das Gebiet nach wie vor. Insbesondere im mehrheitlich von ethnischen Serben bewohnten Norden Kosovos sind die Spannungen spürbar.
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Auswirkungen und Reaktionen
Die Schließungen betreffen vornehmlich Filialen, die für die Auszahlung von Gehältern und Renten an ethnische Serben im Kosovo zuständig waren. Serbiens Ministerpräsident, Milos Vucevic, kritisierte die Aktionen als grausam und beschuldigte sie, das Überleben der serbischen Bevölkerung in der Region zu gefährden. Auch das US-Außenministerium äußerte Bedenken, dass die Maßnahmen nicht mit internationalen Partnern abgestimmt seien und die Spannungen nur weiter verschärfen würden. Pristina hingegen betont, die Operation sei unter Aufsicht von EU- und NATO-Kräften durchgeführt worden, was ihre Legitimität untermauert.