Eine neue Bahnverbindung verbindet ab Ende Juni fünf europäische Länder auf einer mehr als 1125 Kilometer langen Strecke. Der Zug wird von Warschau über Tschechien, Österreich und Slowenien bis ins kroatische Rijeka verkehren. Die Premierenfahrt ist für Freitag, den 27. Juni, geplant, danach wird die Verbindung bis Ende August in Betrieb sein.
In Richtung Süden verkehrt der Zug dienstags, donnerstags, freitags und samstags, während er montags, mittwochs, freitags und sonntags die Rückreise nach Norden antritt. Die Abfahrt in Warschau erfolgt um 14 Uhr, die Ankunft in Rijeka ist für 9 Uhr am Folgetag vorgesehen – eine Reisedauer von etwa 19 Stunden.
Stationen und Komfort
Unterwegs hält der Zug an mehreren Stationen: in Katowice, Rybnik und Chalupki in Polen, im tschechischen Opocno, in Wien, in Ljubljana und Postojna in Slowenien sowie im kroatischen Opatija. Reisende können sich während der Fahrt auf beeindruckende Landschaftsbilder freuen.
Für Komfort ist gesorgt: Die Waggons sind vollständig klimatisiert, und zwischen Warschau und Wien steht ein Speisewagen mit warmen Mahlzeiten zur Verfügung. Wer die Nachtfahrt bequemer gestalten möchte, kann ein Bett in einem der Liegewagen buchen, wo auch Bettwäsche bereitgestellt wird.
Der als „Adriatic Express“ bekannte Zug hat eine Kapazität von 172 Passagieren und bietet einen besonderen Service: In Wien, wo der Zug gegen 22 Uhr eintrifft, wird er nach Mitternacht in Slowenien mit dem Nachtzug „Istria“ aus Budapest zusammengeführt, bevor er am nächsten Morgen in Rijeka ankommt.
Europäischer Bahntrend
Mit Ticketpreisen ab etwa 47 Euro bleibt die Reise auch preislich attraktiv. Die Warschau-Rijeka-Verbindung reiht sich in einen größeren Trend ein: Auch Eurostar plant neue Direktverbindungen von London nach Genf und Frankfurt, die Anfang der 2030er Jahre starten sollen – vorausgesetzt, das Unternehmen erhält 50 neue Züge.
„Wir beobachten eine steigende Nachfrage nach Bahnreisen in ganz Europa. Die Fahrgäste möchten weitere Strecken mit der Bahn zurücklegen und das besondere Erlebnis genießen, das wir bieten“, erklärt Eurostar-Geschäftsführerin Gwendoline Cazenave.
Umweltfreundlich zum Urlaubsziel
Die neue Verbindung überzeugt nicht nur durch attraktive Reisezeiten und Preise, sondern auch durch ihre hervorragende Umweltbilanz. Eine Zugreise auf der Strecke Warschau–Rijeka verursacht pro Passagier rund 90 % weniger CO₂-Emissionen als ein vergleichbarer Flug. Während die Bahnreise nur etwa 30–40 kg CO₂ pro Person produziert, verursacht ein Flug auf derselben Strecke durchschnittlich 300–350 kg CO₂.
Diese deutliche Differenz ergibt sich, da der Großteil der Strecke mit elektrifizierten Zügen zurückgelegt wird, die überwiegend mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden. Für umweltbewusste Reisende, die ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren möchten, bietet diese Verbindung daher eine attraktive Alternative zum Flugzeug.