Ab Freitag erhalten in der EU verkaufte Smartphones und Tablets ein neuartiges Energielabel. Diese Kennzeichnung informiert Käufer über die Energieeffizienz des Geräts, die Akkulaufzeit sowie den Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit.
Auch die Sturzsicherheit wird auf dem Label ausgewiesen. Die Europäische Kommission möchte damit Verbrauchern ermöglichen, die Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit elektronischer Geräte besser einzuschätzen. „Dieses Energielabel wird den EU-Verbrauchern helfen, fundiertere und nachhaltigere Kaufentscheidungen zu treffen und einen nachhaltigeren Konsum fördern“, erklärte die Brüsseler Behörde. Die neue Kennzeichnung soll zudem den direkten Vergleich verschiedener Modelle vor dem Kauf erleichtern.
Das neue Label bewertet die Geräte auf einer Skala von A bis G beziehungsweise E, wobei A die beste Kategorie darstellt. Besonders detailliert werden die Akkulaufzeit und die Anzahl der Ladezyklen bis zu einem Kapazitätsverlust von 20 Prozent ausgewiesen. Die Reparierbarkeit wird unter anderem danach bewertet, wie leicht sich ein Gerät zerlegen lässt und wie gut Ersatzteile verfügbar sind. Händler sind verpflichtet, das Label sowohl in Geschäften als auch online deutlich sichtbar anzubringen.
Erweiterte Herstellerpflichten
Zeitgleich treten für Hersteller erweiterte Ökodesign-Vorschriften in Kraft. Diese verpflichten die Produzenten laut Kommission, robustere Geräte mit langlebigeren Akkus zu entwickeln und Software-Updates über einen längeren Zeitraum anzubieten. Ebenso müssen wichtige Ersatzteile zügig lieferbar sein.
Konkret müssen Akkus künftig mindestens 800 vollständige Ladezyklen mit mindestens 80 Prozent Restkapazität überstehen. Ersatzteile sollen bis zu sieben Jahre nach Marktauslauf eines Modells verfügbar bleiben, und Hersteller müssen mindestens fünf Jahre Software-Updates garantieren. Branchenexperten erwarten, dass sich durch diese Maßnahmen die durchschnittliche Nutzungsdauer von Smartphones von derzeit etwa drei auf über vier Jahre verlängern wird.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Stromverbrauch zu senken und CO2-Emissionen zu reduzieren. Langfristig sollen sie auch zu weniger Elektroschrott und geringeren Gesamtkosten für Verbraucher führen.