In Osttirol wurde Ende April erstmals in diesem Jahr eine Falsche Schwarze Witwe entdeckt. Diese Spinnenart gehört zu den giftigsten in Österreich und ist vorwiegend im südlichen Landesteil – in Kärnten sowie in den wärmeren Gebieten Osttirols – anzutreffen.
Im Gespräch mit 5 Minuten erläutert Carolina Trcka-Rojas vom Naturschutzbund, weshalb das überwiegend schwarze Tier für Menschen in der Regel keine Bedrohung darstellt.
„Die Anzahl der Meldungen in Österreich ist bislang recht überschaubar“, erklärt die Expertin. Im vergangenen Jahr wurden lediglich drei Exemplare gemeldet, und auch in diesem Jahr hält sich die Zahl der registrierten Sichtungen auf der Plattform „naturbeobachtung.at“ mit drei in Grenzen. Bemerkenswert ist jedoch der frühe Zeitpunkt der ersten diesjährigen Meldung: Bereits am 27. April 2025 fotografierte eine Frau in Nußdorf-Debant im Bezirk Lienz ein Exemplar der Falschen Schwarzen Witwe.
📍 Ort des Geschehens
Trcka-Rojas bittet die Bevölkerung daher, nach der Spinne Ausschau zu halten und eventuelle Sichtungen zu dokumentieren. Bei einer Begegnung mit der Falschen Schwarzen Witwe rät die Fachfrau zu Gelassenheit. Solange man das Tier nicht bedrängt, „tut sie niemandem etwas“, versichert Trcka-Rojas im Gespräch mit 5 Minuten.
Wissenschaftliche Einordnung
Die wissenschaftlich als Steatoda paykulliana bezeichnete Spinnenart gilt als die giftigste in Österreich heimische Spinne. Sie stammt ursprünglich aus Südeuropa, dem Mittleren Osten und Afrika und hat sich in den letzten 20 Jahren in österreichischen Regionen etabliert. Die Art bevorzugt besonders die wärmeren Gebiete in Kärnten, Osttirol und der Südsteiermark.
Verbreitung in Österreich
Derzeit befinde sich die kleine, schwarze Spinne übrigens in ihrer Hochsaison, was die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung erhöht. Obwohl die Art in Österreich noch nicht stark verbreitet ist, gab es bereits Sichtungen in der Steiermark und in Wien. Diese Exemplare wurden vermutlich unbeabsichtigt aus dem Urlaub mitgebracht, da die Spinne ursprünlich aus dem Mittelmeerraum stammt.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich kürzlich bei einer Österreicherin, die ungewollt einen kleinen Begleiter von ihrer Reise mitbrachte. Die geringe Anzahl an Meldungen führt Trcka-Rojas auf die unauffällige Erscheinung der relativ kleinen Spinne zurück, wodurch sie oft übersehen wird.
Gefahr einschätzen
Trotz ihrer Giftigkeit besteht für nicht-allergische Menschen keine Lebensgefahr. „Die Bisse sind zwar schmerzhaft, aber die Spinne selbst ist deutlich weniger aggressiv als die ‚echten‘ Schwarzen Witwen“, betont die Expertin. Bei Gefahr zieht sich die Spinne meist zurück, weshalb Bisse äußerst selten auftreten.
Sollte es dennoch zu einem Biss kommen, können die Beschwerden mehrere Tage andauern, sind aber für gesunde Menschen nicht lebensbedrohlich. Die Schmerzen sind vergleichbar mit einem Wespenstich, können jedoch länger anhalten.
Für die Dokumentation empfiehlt die Fachfrau, möglichst nahaufgenommene, scharfe Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln anzufertigen.