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Sky Shield

Russische Drohnen über Polen: ÖVP-Ministerin drängt auf Raketen-Abwehr

Russische Drohnen über Polen: ÖVP-Ministerin drängt auf Raketen-Abwehr
FOTO: EPA/OLIVIER HOSLET
3 Min. Lesezeit |

Russische Drohnen über Polen alarmieren Österreichs Verteidigungsministerin. Tanner fordert nun schnellere Umsetzung des europäischen Luftabwehrsystems „Sky Shield“.

Angesichts der jüngsten Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen drängt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner auf eine beschleunigte Implementierung des europäischen Luftverteidigungssystems „Sky Shield“ (europäische Luftverteidigungsinitiative). „Die Vorfälle und Bedrohungen der letzten Tage machen eines sehr deutlich: Österreich und die europäischen Staaten müssen schneller verteidigungsfähig werden“, erklärte die ÖVP-Politikerin, die nun verstärkt Gespräche über die Beschaffung von Langstrecken-Abwehrsystemen führen will. Während die finanziellen Mittel für Kurz- und Mittelstrecken-Abwehrsysteme bereits in den Haushaltsplanungen berücksichtigt sind, rückt Tanner nun auch die Langstreckenkomponente in den Fokus.

„Der Schutz der Bevölkerung und unserer Neutralität steht für mich an oberster Stelle“, betonte die Ministerin. Österreich hat seine Absicht zum Beitritt zur „Sky Shield“-Initiative bereits 2023 in einer entsprechenden Erklärung bekundet und am 28. Mai 2024 das „Memorandum of Understanding“ zur European Sky Shield Initiative unterzeichnet, womit die Teilnahme am europäischen Luftverteidigungssystem offiziell besiegelt wurde.

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Gesamteuropäischer Ansatz

Die Verteidigungsministerin bezeichnet „Sky Shield“ als den „besten und wirksamsten Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft durch Raketen oder Drohnen.“ Sie plädiert für einen gesamteuropäischen Ansatz bei der Luftverteidigung, mahnt jedoch gleichzeitig zu Besonnenheit: Die aktuelle Lage solle „nicht militärisch weiter eskalieren“. Tanner verwies auf das breite Spektrum heutiger Bedrohungen, das von Desinformationskampagnen bis hin zu Drohnenangriffen reiche.

Die Initiative umfasst derzeit 15 europäische Staaten, darunter Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und die baltischen Länder, und soll einen satellitengestützten Schutzschirm gegen Drohnen- und Raketenangriffe bieten. Laut Tanner bleibt die österreichische Neutralität dabei unberührt, da die Entscheidungshoheit weiterhin in Österreich liegt.

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Dabei sei es „unerheblich, ob diese Angriffe gezielt, bewusst erfolgen oder vermeintlich fehlgeleitete Raketen oder Drohnen sind“, so Tanner. In jedem Fall stellten sie eine konkrete Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung dar.

Veränderte Kriegsführung

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat nach Einschätzung von Bundesheer-Experte Oberst Markus Reisner die Kriegsführung grundlegend verändert. Kennzeichnend für die gegenwärtigen Auseinandersetzungen sei der Einsatz moderner Technologien, insbesondere von Drohnensystemen. Diese seien mittlerweile „zu einer der wichtigsten Waffengattungen geworden“, erläuterte der Militärexperte.

Dadurch habe die Luftverteidigung eine zentrale Bedeutung für moderne Streitkräfte erlangt.

Vor diesem Hintergrund seien „massive Investitionen“ in diesem Bereich „unabdingbar“ – eine Notwendigkeit, die laut Reisner auch für das österreichische Bundesheer gelte.

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KO KOSMO-Redaktion
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