Mit einer Stärke von 7,4 erschüttert ein Erdbeben die russische Ostküste. Behörden warnen vor gefährlichen Tsunamiwellen im Umkreis von 300 Kilometern.
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat die Region vor der russischen Ostküste erschüttert. Das Epizentrum befand sich etwa 111 Kilometer östlich der Hafenstadt Petropawlowsk-Kamtschatski in einer Tiefe von knapp 40 Kilometern, wie aus Daten der US-Erdbebenwarte USGS hervorgeht. Für die betroffene Region wurde eine Tsunami-Warnung mit einem Radius von 300 Kilometern ausgesprochen. Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum wies auf die Gefahr „gefährlicher“ Wellenbewegungen in diesem Gebiet hin.
Seismischer Hotspot
Die geologischen Gegebenheiten machen Kamtschatka zu einem Hotspot für seismische Aktivitäten. An dieser Stelle treffen die pazifische und die nordamerikanische Kontinentalplatte aufeinander, was die Region zu einer der seismisch aktivsten Zonen weltweit macht.
Erst im Juli dieses Jahres wurde die dünn besiedelte russische Ostküste von einem der schwersten je registrierten Erdbeben heimgesucht. Am 20. Juli ereignete sich zunächst ein Vorbeben der Stärke 7,4, gefolgt vom Hauptbeben der Stärke 8,8 am 30. Juli, welches das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) und die USGS übereinstimmend bestätigten. Das Epizentrum lag rund 130 bis 136 Kilometer östlich von Petropawlowsk-Kamtschatski in einer Tiefe zwischen 21 und 40 Kilometern.
Nach dem verheerenden Beben wurden in zahlreichen Pazifik-Anrainerstaaten Tsunami-Warnungen ausgegeben. Die gemessenen Wellenhöhen blieben jedoch meist unter 1,5 Metern, weshalb die Warnungen im Verlauf des 30. Juli schrittweise aufgehoben wurden. In Japan erfolgten lokal begrenzte Vorsichtsmaßnahmen, jedoch keine großflächigen Evakuierungen im Millionenbereich, wie zunächst befürchtet.