Ein frisch entdeckter Komet rast auf die Erde zu – doch Entwarnung: Mit 30 Millionen Kilometern Abstand bleibt „Swan25B“ harmlos und wird im Oktober am Nachthimmel sichtbar.
Ein Komet, der am 11. September 2025 durch das SWAN-Instrument der SOHO-Raumsonde erstmals erfasst und am 15. September offiziell von der Internationalen Astronomischen Union bestätigt wurde, bewegt sich nun auf Kollisionskurs mit der Erde. Der leuchtstarke Himmelskörper mit dem Spitznamen „Swan25B“ und der wissenschaftlichen Bezeichnung „C/2025 R2“ wird im Oktober eine Distanz von etwa 39 bis 40 Millionen Kilometern zu unserem Planeten erreichen. Dies bestätigte Richard Moissl, Experte der Europäischen Weltraumorganisation ESA, auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die maximale Annäherung wird laut aktuellen Bahnberechnungen des Minor Planet Centers und des Jet Propulsion Laboratory zwischen dem 19. und 21. Oktober stattfinden. Obwohl der Komet als erdnah eingestuft wird, stellt er aufgrund seiner Entfernung keinerlei Bedrohung für unseren Planeten dar.
„Ab Mitte Oktober wird er tief am Abendhimmel zu beobachten sein“, erklärte Uwe Pilz, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde mit Hauptsitz in Bensheim. Nach aktuellen Prognosen wird der Komet bei günstigen Wetterbedingungen zwar nicht mit bloßem Auge erkennbar sein, jedoch mit einem Fernglas beobachtet werden können. In den darauffolgenden Tagen steigt er zwar höher am Firmament auf, verliert dabei jedoch rasch an Helligkeit, bis er im ersten Drittel des Novembers schließlich nicht mehr sichtbar sein wird. „Im Oktober wird er abends im südwestlichen Himmel stehen, Anfang November dann im Süden.“
Uralte Himmelskörper
Kometen sind Relikte aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems und weisen ein Alter von mehreren Milliarden Jahren auf. Sie setzen sich aus einer Mischung von Eis, Staub und Gestein zusammen. Nähert sich ein solcher Himmelskörper der Sonne, beginnt sein meist nur wenige Kilometer durchmessender Kern zu verdampfen und bildet eine dichte Wolke aus Gas und Staub. In der Folge entsteht der charakteristische Kometenschweif, der aus Gasmolekülen und Staubpartikeln besteht und eine Länge von mehreren Millionen Kilometern erreichen kann.
Entdeckungsrisiken
Himmelsobjekte, die sich aus Richtung der Sonne nähern, stellen für die Raumfahrtbehörden eine besondere Herausforderung bei der Entdeckung dar. Die möglichen Konsequenzen können gravierend sein: Am 15. Februar 2013 explodierte ohne Vorwarnung ein 20 Meter großes Objekt über Tscheljabinsk in Russland. Die resultierende Druckwelle und umherfliegende Glassplitter führten zu Verletzungen bei rund 1.500 Menschen – ein Ereignis, das die Bedeutung früher Asteroidenentdeckung unterstreicht.