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Sprachbarriere

Arabisch dominiert: Dolmetscher in Spitälern kostet Wien eine Million Euro

Arabisch dominiert: Dolmetscher in Spitälern kostet Wien eine Million Euro
FOTO: iStock/Jacob Wackerhausen
3 Min. Lesezeit |

Die Kosten für Übersetzungsdienste in Wiens Krankenhäusern haben sich vervielfacht. Hinter der Million Euro jährlich steckt ein brisanter Sprachenmix mit klarer Dominanz.

Die Ausgaben für Dolmetschdienste im Wiener Gesundheitsverbund haben sich seit 2020 drastisch erhöht. Während vor vier Jahren noch 2.040 Übersetzungstätigkeiten mit Kosten von etwa 300.000 Euro anfielen, verzeichnete man 2024 bereits 6.315 Einsätze, die Ausgaben von einer Million Euro verursachten. Diese Entwicklung geht aus einer Anfragebeantwortung des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) an die Wiener ÖVP hervor.

Laut der Stellungnahme aus Hackers Büro existiert im Wiener Gesundheitsverbund eine eindeutige Dienstanweisung zur Sicherstellung optimaler Kommunikation. Übersetzungsleistungen – sowohl für Fremdsprachen als auch für Gebärdensprache – werden als wesentlicher Bestandteil des Behandlungsvertrags betrachtet. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Patienten unabhängig von ihren Deutschkenntnissen umfassend informiert werden können und in der Lage sind, selbständig in medizinische Maßnahmen einzuwilligen.

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Österreichweiter Sonderfall

Die hohen Dolmetschkosten scheinen ein spezifisch Wiener Phänomen zu sein. Weder in Oberösterreich noch in der Steiermark werden entsprechende Ausgaben systematisch erhoben oder veröffentlicht. Dies macht Wien zu einem österreichweiten Sonderfall bei der transparenten Erfassung von Übersetzungskosten im Gesundheitswesen.

Arabisch dominiert

Bemerkenswert ist der hohe Anteil arabischsprachiger Patienten in Wien. Fast ein Drittel (31,2 Prozent) aller Video-Dolmetschleistungen entfiel 2024 auf Arabisch. Dahinter folgten Russisch mit 17 Prozent, Türkisch mit 7 Prozent sowie Polnisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch mit jeweils 6 Prozent.

Wien kann allerdings nur für die Video-Dolmetschleistungen eine Rangliste der zehn meistgefragten Sprachen bereitstellen. In der Anfragebeantwortung heißt es dazu: „Dolmetschleistungen mit physischer Anwesenheit der Dolmetscher werden bei Bedarf einzelverrechnet und es wird im WIGEV (Wiener Gesundheitsverbund) keine zusammenfassende Statistik über die jeweils in Anspruch genommene Sprache geführt.“

Rechtliche Grundlage

Die Stadt Wien betrachtet Dolmetschdienste als integralen Bestandteil der medizinischen Versorgung. Die rechtliche Grundlage bildet die Verpflichtung zur umfassenden Patientenaufklärung, die eine verständliche Kommunikation zwischen Arzt und Patient voraussetzt. Diese Regelung ist in einer eigenen Dienstanweisung des Wiener Gesundheitsverbunds verankert.

ÖVP-Kritik

Der Wiener ÖVP-Klubobmann Harald Zierfus sieht in diesen Zahlen ein strukturelles Problem: „Die Explosion der Dolmetschleistungen in den Spitälern basiert natürlich auch darauf, dass Wien unter SPÖ und Neos immer mehr zum Sozialhilfemagneten Österreichs wurde.“ Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Die von SPÖ und Neos verursachten Probleme müssen endlich an der Wurzel gepackt werden – insbesondere im Bildungsbereich.

Auch Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der Wiener ÖVP, äußert sich kritisch zur Situation: „Sprachbarrieren im Wiener Gesundheitswesen sind eine wachsende Herausforderung und sorgen für eine große budgetäre Belastung. Patientinnen und Patienten sollen gut betreut werden – gleichzeitig braucht es eine stärkere Förderung von Integration und Sprachkompetenz.“

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KO KOSMO-Redaktion
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