Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Verkehrssicherheit

Karner erwischt Moped-Raser auf frischer Tat

Karner erwischt Moped-Raser auf frischer Tat
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein getuntes E-Moped mit 55 km/h statt der erlaubten 25 km/h wurde kürzlich bei einer Polizeikontrolle in Wien-Favoriten aus dem Verkehr gezogen. Der Fahrer versuchte, sich zu rechtfertigen, doch ausgerechnet Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) war bei dem Planquadrat (Polizeikontrolle) anwesend und beobachtete den Vorfall. Gegen den Fahrer wurden eine Anzeige sowie eine empfindliche Geldstrafe verhängt.

Der Innenminister nahm am 20. Oktober an einer gezielten Verkehrskontrolle der Wiener Polizei teil, bei der er neue Strategien zur Erhöhung der Verkehrssicherheit vorstellte. Karner präsentierte am Bernsteinradweg in Wien-Favoriten gemeinsam mit dem Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl und dem Leiter der Landesverkehrsabteilung Wien, Thomas Losko, eine bundesweite Initiative für verstärkte Kontrollen. Diese zielt darauf ab, das Bewusstsein zu schärfen und strengere Regeln für alle Zweiradfahrer durchzusetzen.

⇢ Das ändert sich jetzt für Autofahrer beim Führerschein!

Alarmierende Unfallzahlen

„Es geht um die Sicherheit der Fahrradfahrer, E-Biker, Rollerfahrer und auch der E-Scooter-Fahrer“, erklärte Karner. „Wir müssen handeln, wenn wir uns einfach die nackten Zahlen ansehen – die traurigen Zahlen der verkehrstoten Fahrradfahrer in diesem Jahr.“ Die Statistik zeigt eine alarmierende Entwicklung: Während im Vorjahr 32 Radfahrer und E-Biker bei Unfällen ums Leben kamen, stieg diese Zahl bis zum 19. Oktober dieses Jahres bereits auf 61 an.

„Daher ist es notwendig, dass wir Gesetze nachschärfen und gleichzeitig die Kontrolldichte deutlich verstärken“, betonte der Innenminister. Die Schwerpunktaktionen sollen österreichweit umgesetzt werden, mit besonderem Fokus auf gefährlichen Streckenabschnitten, Radwegen und unfallträchtigen Kreuzungen.

Thomas Losko erläuterte den Umfang der Kontrollen: „Derartige Schwerpunkte werden grundsätzlich drei bis fünf Mal im Monat in gezielter Art und Weise durchgeführt.“ Bei der aktuellen Kontrollaktion waren acht uniformierte Fahrradpolizisten im Einsatz. „Wir sind hier präventiv tätig, aber auch repressiv, um aufzuklären und, wenn nötig, zu bestrafen“, führte Losko aus.

Die Einsatzorte würden nach Unfallhäufigkeit ausgewählt, wobei die Kontrollen im Sommer rund um die Uhr und im Winter mit reduzierter Intensität stattfänden.

Präventive Maßnahmen

Polizeipräsident Gerhard Pürstl ordnete die Maßnahmen in einen größeren Zusammenhang ein: „Sicherheit ist ein weiter Begriff, und da fällt natürlich auch die Verkehrssicherheit darunter.“ Besonders in Wien herrsche bei Einspurfahrzeugen „eine enorm hohe Verkehrsdichte“. Disziplinprobleme beobachte Pürstl vor allem bei E-Scooter- und Radfahrern – „auch oft in der Nachtzeit“.

Dennoch zog er für Wien eine vergleichsweise positive Bilanz: „Wir sind, Gott sei Dank, dieses Jahr erst bei einem tödlichen Unfall. Und wir hoffen, dass es nicht mehr werden.“

Auf Bundesebene arbeitet Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) derzeit an der Einführung einer Helmpflicht für Kinder unter 14 Jahren. Laut Karner befindet sich das entsprechende Gesetz bereits in der Begutachtungsphase. Als häufigste Unfallursachen identifizierte der Innenminister überhöhte Geschwindigkeit, Selbstüberschätzung und Alkoholkonsum.

„Man kommt mit dem E-Motor sehr leicht den Berg hinauf und leider oft zu schnell den Berg hinunter.“ Die bei den Kontrollen gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in eine landesweite Aufklärungskampagne einfließen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen