Mit 310 km/h durch Spanien: Hinter der glänzenden Fassade des europaweit schnellsten Hochgeschwindigkeitsnetzes verbergen sich zunehmend Risse im System.
Spanien verfügt heute über eines der umfangreichsten Hochgeschwindigkeitsnetze weltweit, kombiniert mit vergleichsweise günstigen Fahrpreisen. Die spanische Regierung hat für den Ausbau dieser Infrastruktur bereits Milliardensummen investiert. Zusätzliche 1000 Streckenkilometer befinden sich aktuell in der Planungs- oder Bauphase.
Der zentrale Bahnhof Madrids, Puerta de Atocha, präsentiert sich als architektonisches Highlight: In der historischen Bahnhofshalle gedeiht ein üppiger Tropengarten mit imposanten Palmen, exotischen Bananen- und Kaffeepflanzen sowie Kakao- und Kautschukbäumen, die durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit feinem Sprühnebel versorgt werden. Nach Passieren der flughafenähnlichen Sicherheitskontrollen gelangen Reisende zu den schnellsten Hochgeschwindigkeitszügen Spaniens und Europas.
Beeindruckende Geschwindigkeit
Der AVE (Alta Velocidad Española) – dessen Name sowohl „hohe Geschwindigkeit“ als auch „Vogel“ bedeutet und damit das Fahrgefühl symbolisieren soll – erreicht Spitzengeschwindigkeiten von 310 Stundenkilometern. Die 620 Kilometer lange Strecke zwischen Madrid und Barcelona bewältigt er in lediglich zweieinhalb Stunden.
Doch trotz der beeindruckenden Fassade zeigen sich im Hintergrund zunehmend Schwachstellen im System.