Fast eine halbe Milliarde Euro schlummert in österreichischen Haushalten – versteckt in Form alter Schilling-Noten und -Münzen, die seit der Euro-Einführung kaum zurückgegeben werden.
Obwohl der Euro seit mehr als zwei Jahrzehnten die offizielle Währung Österreichs ist, bewahren viele Bürger noch immer beträchtliche Mengen an Schilling-Noten und -Münzen auf. Nach Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) belief sich der nicht eingelöste Schilling-Bestand Ende November 2025 auf 6,805 Milliarden Schilling – das entspricht etwa 494,5 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr, als noch 6,822 Milliarden Schilling im Umlauf waren, zeigt sich nur eine minimale Veränderung.
Zwischen Dezember 2024 und November 2025 wurden lediglich 17,4 Millionen Schilling in rund 1,26 Millionen Euro umgetauscht, während der Großteil der ehemaligen Landeswährung weiterhin in österreichischen Haushalten verbleibt.
Beliebte Schillinge
Bei den zurückgegebenen Banknoten erwiesen sich die 20-Schilling-Scheine mit dem Bildnis des Künstlers Moritz M. Daffinger als besonders häufig, gefolgt von den 100-Schilling-Noten mit dem Porträt von Eugen Böhm von Bawerk. Im Münzbereich führen die Zehner-Groschen die Statistik an – fast 929.000 Exemplare wurden bei der Nationalbank abgegeben.
An zweiter Stelle folgen die 1-Schilling-Münzen mit knapp 788.500 zurückgegebenen Stücken. Die Nationalbank verzeichnet, dass viele der eingetauschten Schillinge bei Wohnungsauflösungen zum Vorschein kommen. Zudem bringen heimkehrende Urlauber regelmäßig alte Zahlungsmittel mit.
Kuriose Fundorte
Bemerkenswert sind auch ungewöhnliche Fundorte: Bei Renovierungsarbeiten wurden wiederholt Geldscheine entdeckt, die hinter Sockelleisten versteckt waren.
Der am 1. März 1925 eingeführte Schilling gilt vielen Österreichern als Wahrzeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Zweiten Republik und als Symbol monetärer Stabilität.
Seit der Euro-Einführung im Jahr 2002 können Schilling-Banknoten der letzten Ausgabeserie zeitlich unbegrenzt bei der Nationalbank umgetauscht werden – dabei entsprechen 13,7603 Schilling einem Euro.